Frische Impulse fürs Trierer Plaza Carrée

Stadtentwicklung : Frische Impulse fürs Trierer Plaza Carrée

Wo sich zuletzt Leerstand an Leerstand reihte, scheint die Trendwende in Sicht. Der ADAC zieht im Frühjahr in den Ex-Trick-17-Laden.

Plaza Carrée – das klingt nobel und sieht auch so aus. Aber eher von weitem. Wer sich in der Trierer Altstadt dem vom Park-Plaza-Hotel dominierten Quartier zwischen Frankenturm/Galeria Kaufhof und Nikolaus-Koch-Platz nähert, ist überrascht. Lauter verwaiste Ladenlokale. An der Böhmerstraße gibt es gleich drei Leerstände, zwei davon erst seit vergangenem Jahr. Laufen der Nikolaus-Koch-Stiftung, der das einstige Verlagsareal des Trierischen Volksfreunds gehört, die Mieter weg? Sind die Mieten vielleicht zu hoch? „Zweimal klares Nein!“, entgegnet Stiftungs-Geschäftsführerin Barbara Stahl. Sie sieht die Ursache der Misere in besonderen Umständen. Dass Geschäfte schließen oder zu anderen Standorten streben, sei ein üblicher Vorgang. Nicht alltäglich hingegen sei die Dauerbaustelle gewesen, die 2018 rund ein halbes Jahr lang den Nikolaus-Koch-Platz blockiert und die dahinter liegenden Geschäfte von den gewohnten Verkehrsströmen abgeschnitten hat: „Das hat eine Neuvermietung nicht gerade erleichtert.“ Weiteres Hemmnis ist der bisherige Branchenmix. „Mit dem Coyote-Café und dem Hotel-Restaurant haben wir bereits zwei Gaststätten. Mehr Gastronomie geht nicht, auch wenn uns immer wieder diesbezügliche Nachfragen erreichen.“

Bei den Preisen bewege man sich auf Marktniveau, das sich deutlich von dem unterscheide, was nur einen Steinwurf entfernt am Hauptmarkt Usus sei. „Dort ist eine klassische 1a-Lage. Das Plaza-Carrée hingegen ist eine Randlage.“

Die allerdings bald zusätzliche Zugkraft entwickeln dürfte. Für den ehemaligen Trick-17-Laden (Kleidung und Trendsport), der sich im Frühjahr 2017 aufs Onlinegeschäft verlegt hat, wurde ein prominenter Nachmieter gewonnen. Im Frühjahr zieht die Trierer ADAC-Geschäftsstelle samt Reisebüro von der Fleisch- in die Böhmerstraße, womit der größte Plaza-Carrée Leerstand (250 Quadratmeter) Vergangenheit ist.

Aus der Brachen-Not an der anderen Seite des Hotelkomplexes macht die Nikolaus-Koch-Stiftung derzeit eine Tugend. In den Fenstern des früheren Blumengeschäfts Keerl präsentiert sie auf Schautafeln ihre Arbeit und Leistungsbilanz: Seit der Gründung 1993 hat die Stiftung Bildungsprojekte und Einrichtungen für behinderte Menschen mit fast 50 Millionen Euro gefördert.

Der Ex-Blumenladen könnte der nächste sein, der einen neuen Nutzer findet, wenn auch nicht auf seiner kompletten 115-Quadratmeter-Fläche. „Um eine Neuvermietungen zu erleichtern, denken wir über eine Verkleinerung nach. Dann wäre etwa die Nutzung als Büro denkbar.“ Schwieriger dürfte es sein, die beiden anderen Läden an den Mann zu bringen: Sowohl im früheren TV-Service-Center (im Oktober 2015 in die Neustraße 91 umgezogen) als auch im Foto-Express Ehses (Geschäftsaufgabe) sind Umbauten nur schwer möglich, zudem haben die hinteren Räume keine Fenster. Dennoch gibt es demnächst bauliche Aktivitäten: Sowohl fürs Plaza Carrée als auch für das ebenfalls ihr gehörende Palais Walderdorff (Hauptmarkt/Domfreihof) kündigt die Nikolaus-Koch-Stiftung kosmetische Fassadenrenovierungen und neue Anstriche an.

Mehr von Volksfreund