Frische Töne auf dem Kirchplatz

Frische Töne auf dem Kirchplatz

TRIER-PFALZEL/NEWEL. Vor zwei Jahren übernahm Dirk Sinnig als Dirigent den Musikverein (MV) Pfalzel. Seitdem werden im Musikverein neue Töne angeschlagen, freuen sich insbesondere die jungen Künstler. Am 26. August präsentiert der Musikverein moderne Filmmusik auf dem Kirchplatz – in Kinoatmosphäre mit Tribüne, Großbildleinwand, Popcorn und Eisverkäufern.

20 Jahre ist Dirk Sinnig jung. Ein Hüne, mit moderner Frisur, wortgewandt und offen. Dass er mit seiner Art bei den Pfalzeler Musikern ankommt, daran bestehen keine Zweifel. Um Sinnig als Dirigenten zu gewinnen, brach der Verein sogar mit einer seit Jahrzehnten gepflegten Tradition. Probeunterricht jetzt dienstags statt wie früher montags - ein Novum, das ganz Pfalzel in Staunen versetzte. Mit acht Jahren fing der Neweler an, Trompete zu spielen - ein Geschenk seiner Oma zur Kommunion. Von da an ließ ihn die Musik nicht mehr los. In verschiedenen Orchestern wie der Bigband Rhythm & Blech spielte er im Laufe der Jahre mit, im Kreismusikorchester und sogar bei den Antikenfestspielen in einer Kombo bei "Norma". "Das war sehr interessant, dort hinter die Kulissen zu gucken", erinnert sich Sinnig. Parallel dazu gab der Schüler von Marco Jakobs selbst Trompetenunterricht, war in der Bigband des Friedrich-Spee-Gymnasiums, gab Auftritte in Dom und Paulinkirche und engagierte sich im Musikverein Kordel. Seinen Dirigentenschein machte Dirk Sinnig mit 17 Jahren. Mit dem Vorurteil, dass ein Musikverein "altbacken" sei, will Sinnig kräftig aufräumen. "Ich wollte mal moderne, neue Stücke für Blasmusik aufführen." Mit seiner Idee rannte der Jurastudent im MV Pfalzel offene Türen ein - schon länger hatte man damit geliebäugelt. Der Weg, den Sinnig mit dem Konzert beschreitet, um auch junge Leute anzusprechen, ist ausgesprochen innovativ. In Kinoatmosphäre werden am 26. August zehn Stücke aus "Titanic", "Jurassic Park" oder "Herr der Ringe" aufgeführt. Geklotzt statt gekleckert wird mit der Ausstattung: eine 60 Quadratmeter-Bühne, eine Großbildleinwand, auf der die passenden Filme gezeigt werden, eine Popcornmaschine und Eisverkäufer. Passend zum Kinoambiente werden Werbesequenzen, zugeschnitten auf den MV Pfalzel, zu sehen sein. "Die Leute sollen ja was zum Lachen haben", stellt Sinnig in Aussicht. 430 Sitzplätze werden zur Verfügung stehen. Sollte die Nachfrage größer sein, werde eventuell ein weiteres Konzert am 27. August stattfinden. Bei der "extrem vielen Arbeit", die von Sinnigs Freund Stefan Grün, dem Jugendwart Peter Hutmacher und anderen Helfern geleistet werde, eine sinnvolle Idee. Dass das Projekt überhaupt realisiert werden kann, sei "guten Beziehungen" zu verdanken. Die Stadt, die Tufa, das Broadway und die Arena greifen dem MV kräftig unter die Arme - mit zum Teil unkonventionellen Lösungen. Müssten noch Schulden abgeleistet werden, würden sich "acht bis zehn Leute zum Karten abreißen" in der Arena anbieten. Zwei Probewochenenden und Proben in den Ferien sollen Musikgenuss gewährleisten. Einziger Wackelkandidat: das Wetter. Falls es regnen sollte, seien Regencapes vielleicht eine Lösung. "Dann wäre ich aber richtig geknickt", sagt Sinnig. So, wie er es sagt, steht unzweifelhaft fest, dass an dem Abend Petrus mitspielen wird. Samstag, 26. August, Einlass 20 Uhr, Konzertbeginn: 21 Uhr. Karten: sieben Euro und fünf Euro. Kartenvorverkauf bei Schreibwarenladen Marita Hand, Steinbrückstraße. Informationen bei Peter Hutmacher, Telefon 0651/630562.

Mehr von Volksfreund