Früher Flugplatz, heute Gewerbegebiet

Trier-Euren · Das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet der Stadt Trier liegt im Stadtteil Euren. Dort, wo sich bis Mitte der 70er Jahre noch ein Flugplatz befand, sind zurzeit rund 180 Betriebe mit etwa 6400 Beschäftigten angesiedelt. Darunter auch einige weltweit arbeitende Unternehmen.

Unübersehbar: Die Informationstafel an der Luxemburger Straße, die mit 68 Schildern über die Unternehmen im Eurener Gewerbegebiet informieren. Auch der TV ist in Euren angesiedelt.TV-Foto: Rolf Lorig

Trier-Euren. Seit 1973 hat im Eurener Gewerbegebiet der größte Trierer Arbeitgeber seine Produktionsstätte: Japan Tobacco Inc, das international drittgrößte Tabakunternehmen. Rund 1800 Menschen arbeiten dort in der Diedenhofener Straße. Mit neuen Ideen und modernster Technik ist der Trierer Standort des weltweit drittgrößten Zigarettenherstellers Japan Tobacco International zum Aushängeschild des Konzerns geworden. Die Produktionsqualität und -flexibilität des Trierer Werks zählen zu den höchsten im JTI-Konzern.
Als die Zweigstelle ihre Produktionstätigkeit aufnahm, stellte eine Maschine gerade einmal 4000 Zigaretten in der Minute her. Heute liegt der Ausstoß bei 20 000. Die wichtigsten Abnehmer für die Rauchwaren-Produkte sind Spanien, Italien, Frankreich und die Benelux-Staaten. Darüber hinaus beliefert das Trierer Werk andere JTI-Werke mit Filterstäben, Schnitttabaken und fertigen Blatttabakmischungen.
Ebenfalls weltweit tätig ist die Agfa HealthCare, ein Unternehmen der Agfa Gevaert Group. In der Monaiser Straße, am Rand der früheren Rollbahn, wird an der Entwicklung und am Verkauf von Software für den medizinischen Bereich gearbeitet. Agfa HealthCare ist ein global führender IT-Anbieter im Bereich der medizinischen Bildgebung und hat weltweit mehr als 2000 Systeme in 1200 Krankenhäusern und 1000 Laboren installiert.
Rund 200 Mitarbeiter mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren arbeiten am Standort Trier. Besonderes Merkmal: Hohe Mitarbeiterzufriedenheit, wenig Fluktuation. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter führt Niederlassungsleiter Andreas Klüter unter anderem auf das Betriebsklima zurück: "Wir haben hier eine gelungene Mischung aus gestandenen Mitarbeitern und Berufsneulingen. Im täglichen Umgang profitieren beide Gruppen voneinander, was uns sowohl bei der Arbeit als auch zwischenmenschlich weiterbringt."
In der Niederkircher Straße findet sich auch einer der größten Schaumwein- und Perlweinhersteller der Welt: Die Sektkellerei Schloss Wachenheim AG. Sie zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Sekthäusern in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1888 als Aktiengesellschaft gegründet und 1996 mit dem Weltmarktführer Faber/Reh im Rahmen einer Sacheinlage verschmolzen.
In Deutschland ist das Unternehmen im Ranking des deutschen Sektmarkts die Nummer 3. Das Unternehmen hat seinen Stammsitz in der pfälzischen Kleinstadt Wachenheim an der Weinstraße, die Konzernzentrale und Hauptproduktionsstätte befindet sich in Trier. Die Unternehmensgruppe vertreibt ihre Produkte in mehr als 80 Ländern auf allen Kontinenten. An jedem Werktag werden rund 850 000 Flaschen an Verbraucher weltweit geliefert.
Mit 1132 Mitarbeitern, davon rund 200 in Trier, erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2012/13 einen Umsatz von 307 Millionen Euro.