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Frühwarnsystem für den gesamten Kreis

Frühwarnsystem für den gesamten Kreis

Der Jugendhilfeausschuss des Kreises hat die Verwaltung beauftragt, das als Modellprojekt angelegte Frühwarnsystem zur rechtzeitigen Erkennung von Problemfällen auf das gesamte Kreisgebiet auszudehnen.

Trier. Das soziale Frühwarnsystem in der Verbandsgemeinde Ruwer hat vor wenigen Tagen eine positive Bilanz des ersten Jahres präsentiert (der TV berichtete). Mit Hilfe dieses Netzwerkes, bei dem Kindergärten, Schulen, Ämter und Sozialeinrichtungen Hand in Hand arbeiten, sollen riskante Überlastungssituationen in Familien frühzeitig erkannt werden. Nur so ist es nach Auffassung der Experten möglich, den Betroffenen rechtzeitig Hilfen vor Ort zu vermitteln, ohne sofort die "schweren Geschütze" des Jugendamtes auffahren zu müssen. Das Frühwarnsystem war seit 2005 federführend vom Kreis Trier-Saarburg in Zusammenarbeit mit der VG Ruwer und der Erziehungsberatungsstelle des Bistums in Hermeskeil erarbeitet worden. In das Netzwerk eingebunden wurden fünf Grundschulen, die Regionalschule in Waldrach und zwölf Kindergärten. Ebenfalls mit im Boot sind das Kreisjugendamt, die Jugendpflege der VG Ruwer und die Erziehungsberatungsstelle des Bistums Trier in Hermeskeil.Betreuungs-Plätze für Kinder ab zwei Jahren

Volker Werner vom Kreisjugendamt, Marita Krist von der Beratungsstelle Hermeskeil und Julia Eiter, Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Ruwer, stellten dem Jugendhilfeausschuss das Projekt noch einmal im Detail vor. Das Gremium war begeistert. "Es gibt noch keine verbindliche Zeitschiene für die Umsetzung dieser Ausdehnung", teilte Kreis-Pressesprecher Thomas Müller mit.Außerdem beschloss der Ausschuss den Kindertagesstätten-Bedarfsplan für 2008. Der Landkreis hat in 74 Kindertagesstätten 5437 genehmigte Plätze für Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Die Auslastung sank seit 2006 von 89 auf 83 Prozent. Der Kreis will die freien Kapazitäten schrittweise in Betreuungsplätze für Kinder ab zwei Jahren umwandeln, weil der Jahrgang der Zweijährigen durch eine Gesetzesänderung bereits seit Januar 2006 unter bestimmten Voraussetzungen in den Kindergarten gehen kann und weil Zweijährige ab August 2010 den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erlangen werden.An einzelnen Standorten sollen neue Gruppen eingerichtet werden: Wincheringen, Langsur, Trierweiler-Sirzenich, Osburg, gegebenenfalls auch Aach, Saarburg St. Marien und Kenn, weil dort nur so der Rechtsanspruch für die dann Zwei- bis Sechsjährigen zu gewährleisten ist. Geplant ist auch die Erweiterung der Kindertagesstätten in Thomm und Konz St. Johann im Zusammenhang mit dem Ausbau des integrativen Betreuungsangebots. Nach den Gesprächen, die das Jugendamt mit Blick auf die statistischen Fakten sowie die gesetzlichen Vorgaben in allen sieben Verbandsgemeinden des Landkreises geführt hat, werden kreisweit voraussichtlich mindestens 15 neue Gruppen aufzubauen sein.