Zu kompliziert und nutzlos Führt der Klinik-Atlas Patienten bewusst in die Irre?

Analyse | Trier · Der Klinik-Atlas ist alles andere als benutzerfreundlich. Doch was bringt er den Patienten überhaupt? Zumal es eine Alternative gibt, die aktuelle Zahlen enthält.

Bringt der Klinik-Atlas den Patienten tatsächlich etwas?

Bringt der Klinik-Atlas den Patienten tatsächlich etwas?

Foto: dpa/Marijan Murat

Wer im Klinik-Atlas das Prümer oder das Saarburger Krankenhaus suchen will, der braucht einige Zeit bis er zum gewünschten Ergebnis kommt. Statt die Kliniken direkt – und „mit wenigen Klicks“, wie es Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum Start des Online-Portals vor zwei Wochen angekündigt hat, muss man sich erst einmal durch die Liste der anderen Kliniken durchklicken. Als erstes werden nämlich die größeren Häuser, allen voran die beiden Maximalversorger in Trier, die Kliniken in Bitburg und Wittlich genannt, bevor dann unten Saarburg und Prüm auftauchen. Der Verwaltungsdirektor des Saarburgers Krankenhauses, Matthias Gehlen, nennt die Suchfunktion „sehr anwenderunfreundlich“. Sein Kollege Oliver Zimmer vom Dauner Krankenhaus vermutet Absicht dahinter, dass die großen Kliniken zuerst genannt werden. „Es besteht klar der Verdacht, dass Menschen bereits über den Atlas in größere Kliniken gesteuert werden sollen, auch wenn diese oftmals sehr weit entfernt sind. Eine neutrale und objektive Suche sieht sicherlich anders aus.“ Es sei sogar zu befürchten, dass im Notfall der Hilfe suchende Patient oder Angehörige eben nicht zum nächstgelegenen Krankenhaus geleitet werden, „sondern wie bei unserem Beispiel zu sehen der Patient über eine Stunde Fahrzeit in Kauf nehmen muss“, so Zimmer. Michael Wilke, Geschäftsführer des Prümer Krankenhauses, spricht von einem „handwerklich schlecht“ gemachten Portal.