Fünf Einheiten für Trier
TRIER. (red) Auf die katholische Kirche kommen gewaltige Veränderungen zu: Im Jahr 2020 wird es im Bistum Trier nur noch 180 Pfarrei-Einheiten geben, in der Stadt Trier nur noch zirka fünf.
Das Wort "Mangel" ist das Entscheidende. Gläubigenmangel gebe es, Priestermangel, Finanzmangel. Weil sich das nach Meinung der Verantwortlichen in absehbarer Zeit nicht ändere, steht das Bistum Trier vor enormen Veränderungen. "Projekt 2020" heißt das derzeit laufende Verfahren, das die Kirche für die Zukunft rüsten soll. Fest steht: Die Zahl der Pfarrei-Einheiten im Bistum Trier sinkt in den nächsten 15 Jahren um mehr als die Hälfte auf 180. Es bleibt die Frage, wie die Kirche im Jahr 2020 genau aussehen soll. "Darauf gibt keine allumfassende Antwort", sagt Pfarrer Martin Lörsch, einer der zwei Projektleiter. Nach Wunsch der Verantwortlichen soll sich diese Antwort in den nächsten drei Jahren im Dialog mit den Laien entwickeln. Dafür tingeln Lörsch und seine Co-Projektleiterin Ute Wagner derzeit durch die Dekanate des Bistums, stellen die Situation vor und wollen sensibilisieren für anstehende Veränderungen. Nun machten die beiden im Dekanat Trier Station und stellten das Projekt Haupt- und Ehrenamtlichen vor. Was ist das Projekt 2020? Welche Rahmenbedingungen müssen beachtet werden? Welche Phasen gibt es bei der Umsetzung des Projekts? Welche Wünsche und welche Chancen gibt es, welche Sorgen und welche Befürchtungen? Die Antworten auf diese Fragen sind meist noch allgemein, nicht konkret. Auf eine Tatsache können sich die Trierer Katholiken bereits vorbereiten: Die Zahl der Pfarr-Einheiten im Dekanat Trier (gleich Stadt Trier) wird im Jahr 2020 "vier bis sechs" (Lörsch) betragen. Das heißt, dass sich die Zahl der Mitglieder in einer Pfarreiengemeinschaft deutlich vergrößert. Aber wie? "Vor den Sommerferien 2006 erhalten alle Pfarreien einen Fragebogen und haben die Möglichkeit, Hinweise zu geben und Wünsche zu äußern, wie das Dekanat in Zukunft aufgeteilt sein soll", sagt Lörsch. "Wir haben einen großen Gestaltungsspielraum." Noch mehr als zwei Jahre dauern die Vorbereitungen, erst im Jahr 2008 verkündet Bischof Reinhard Marx die endgültige Fassung des "Projekts 2020". Der Stand des "Projektes 2020” des Bistums Trier ist im Internet unter www.projekt2020.bistum-trier.de dokumentiert.