Fünf Stichwahlen am 16. Juni: In Trier stehen 14 der 19 Ortsvorsteher fest 

Kommunalwahl : Fünf Stichwahlen am 16. Juni: In Trier stehen 14 der 19 Ortsvorsteher fest

14 Ortsvorsteher stehen fest — nach einem Wahlabend mit überraschenden Wendungen, einem Ein-Stimmen-Vorsprung und zwei abgewählten Amtsinhabern.

Die absolute Sensation der Ortsvorsteher-Wahl war greifbar nah: Im Stadtteil Mitte/Gartenfeld, wo vier Bewerber antraten, lag Grünen-Kandidat Michael Düro lange auf Absolute-Mehrheit-Kurs. Erst auf der Zielgeraden der Auszählung rutschte er unter 50 Prozent. Im Duell um die Nachfolge des nicht mehr angetretenen Dominik Heinrich (Grüne) tritt Düro gegen Norbert Freischmitt (CDU) an.

Überraschung im Stadtteil West/Pallien: Marc Borkam (SPD) wird nach einem unerwartet klaren Duell-Sieg Nachfolger seines Kontrahenten Horst Erasmy (CDU), der seit 2011 Ortsvorsteher war. Erasmy war der erste Nicht-Sozialdemokrat im Amt des Trier-West/Palliener Ortsvorstehers. Er hatte vor acht Jahren die Neuwahl für sich entschieden, die nach der schweren Erkrankung von Klaus Blum nötig geworden war. „Wir sind total begeistert“, sagte Borkam am Abend. Die intensive inhaltliche Arbeit seines Teams habe sich gelohnt. „Wir sind von Tür zu Tür gezogen, haben mit den Menschen gesprochen und ihre Anliegen aufgenommen.“Er werde weiter an der Beteiligung der Menschen arbeiten.

Wechsel auch in Heiligkreuz: Mit Unterstützung der Grünen schaffte es erstmals ein Sozialdemokrat auf den Posten des Ortsvorstehers von Heiligkreuz. Der gemeinsame Rot-Grün-Kandidat Hanspitt Weiler entschied das Duell gegen Amtsinhaber Theodor Wolber (CDU) klar für sich. Der entthronte Wolber hatte 2014 das Amt von Elisabeth Ruschel (CDU) übernommen, die nicht mehr angetreten war.

Nachsitzen mit Ansage in Kürenz: Fünf Kandidaten – da war bereits im Vorfeld klar, dass keiner von ihnen auf Anhieb die absolute Mehrheit erreichen würde. Nun treten die beiden Bestplatzierten, Bernd Michels (CDU) und der überraschend starke Grüne Ole Seidel, am Sonntag nach Pfingsten zum Stichwahl-Duell an. Das Rennen am Sonntag endete denkbar knapp: Michels erhielt eine einzige Stimme mehr als Seidel.

Bösen gegen Löwe in Nord: Die Stichwahl im Stadtteil Trier-Nord bestreiten der überraschend starke Grünen-Kandidat Dirk Löwen und Amtsinhaber Jörg Bösen (CDU). Maria Duran-Kremer (SPD) hatte lange auf Platz zwei gelegen, ehe Bösen sie noch überholte und distanzierte.

Frauen-Duell in Trier-Süd: Amtsinhaberin Jutta Föhr (SPD) gegen Nicole Helbig (Grüne) – das ist die Stichwahl-Paarung in Süd. Die beiden Frauen lieferten sich am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Sozialdemokratin knapp für sich entschied. Die beiden Mitbewerber im Viererfeld waren chancenlos.

Knappe Sache in Tarforst: Am 16. Juni kommt es in dem Höhenstadtteil zur Stichwahl zwischen Werner Gorges (CDU) und Anne Weines (SPD). Der Amtsinhaber (seit 2014) und seine Vorgängerin lieferten sich lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ehe sich der Christdemokrat noch leicht absetzte. Der Dritte im Bewerber-Bunde, Wolfgang Schaab (FDP), konnte nicht mithalten, erreichte aber aus Liberalen-Sicht ein respektables Ergebnis.

Lehnarts dritte Amtszeit in Feyen-Weismark: Den Zweikampf mit Herausforderin Sabine Schulz-Gerhardt (CDU) hat Amtsinhaber Rainer Lehnart klar für sich entschieden. Der Sozialdemokrat, Nummer drei der Stadtratsliste seiner Partei, geht damit in seiner dritte Amtszeit als  Ortsvorsteher von Feyen-Weismark.

Adams macht’s erneut in Ehrang/Quint: Im vergangenen Jahr ging Bertrand Adams (CDU) als Sieger aus der Neuwahl hervor, die nach dem überraschenden Tod von Thiébaut Puel (SPD) notwendig geworden wan. Wie in der 2018er Stichwahl zog SPD-Mann Hans-Werner Knopp den Kürzeren.

FDP-Hochburg Filsch: Filsch bleibt weiterhin der einzige Trierer Stadtteil mit FDP-Ortschef. Joachim Gilles setzte sich im Duell mit Gerhard Franzen (UBT) klar durch. Das liberale Dauerhoch hatte 2004 Karl-Josef Gilles eingeläutet, der zuvor von der CDU zur FDP gewechselt war. Nach seinem überraschenden Tod vor einem Jahr gewann Gilles Junior die Neuwahl.

Platzhirsch bleibt in Euren am Ruder: Für Jörg Snijder (CDU) gab es kein Vorbeikommen an Hans-Alwin Schmitz (UBT), der nach seinem klaren Sieg in seine vierte Amtszeit als Ortsvorsteher geht. 2004 hatte er das Amt von seinem Vater Hans Schmitz übernommen, der ebenfalls den Freien Wählern angehörte, die damals noch als UBM (Unabhängige Bürgervertretung Maximini) firmierten.

Auch in Pfalzel kein Wechsel: Margret Pfeiffer-Erdel (UBT) geht in ihre zweite Amtszeit als Ortsvorsteherin. Auch sie setzt eine Familientradion fort. Sie trat 2014 die Nachfolge ihre Mannes Werner Pfeiffer an, der ebenfalls dem 1992 von Manfred Maximini gegründeten Freiwählerverein angehört und zehn Jahre Ortsvorsteher gewesen war.

Ortsvorsteherwahl Pfalzel. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl Filsch. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl Ehrang. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl Heiligkreuz. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl Tarforst. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl Euren. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl ruwer. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl Feyen. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl West. Foto: TV
Ortsvorsteherwahl Mitte. Foto: TV/Tv
Ortsvorsteherwahl Süd. Foto: TV

UBT zum Dritten: Christiane Probst wird neue Ortzsvorsteherin von Ruwer. Die bisherige Fraktionschefin der UBT-Stadtratsfraktion setzte sich deutlich gegen den einzigen Mitbewerber Karl Schlimpen (SPD) durch. 2004 hatte Christiane Probst erstmals für den Ortsvorsteher-Posten in ihrem Heimatstadtteil kandidiert – und gegen Monika Thenot verloren, die jetzt nach 15 Jahren im Amt nicht mehr angetreten war.

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