Für die Anerkennung „vorbildlicher nachhaltiger Arbeit“ ist er vor 19 Jahren ins Leben gerufen worden: der Bürgerpreis der Stadt Trier.

Ehrung : Unermüdlicher Einsatz fürs Gemeinwohl

Für die Anerkennung „vorbildlicher nachhaltiger Arbeit“ ist er vor 19 Jahren ins Leben gerufen worden: der Bürgerpreis der Stadt Trier. Bis zu drei Akteure jährlich können ihn bekommen. So freuen sich über den Bürgerpreis 2019 der Kinderschutzbund Trier für sein Projekt „Kultur und Kreativität ohne Grenzen“, Ursula Mettlach aus Trier-Nord sowie Stadtchronist Manfred Wilhelmi.

„Aus unserer Willkommenskultur muss auch eine Bleibekultur werden“, sagt Elke Boné-Leis, langjährige Projektleiterin beim Kinderschutzbund Trier. Und sie ergänzt: „Ich denke, wir werden es schaffen.“ Seit knapp vier Jahren bietet der Kinderschutzbund das integrative Projekt „Kultur und Kreativität ohne Grenzen“ an, für das er nun von Oberbürgermeister Wolfram Leibe in der Beletage des Palais Walderdorff gemeinsam mit zwei weiteren Ehrenamtlern den Bürgerpreis der Stadt Trier verliehen bekommen hat. Dieser ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert und wird außerhalb des städtischen Haushalts finanziert, wie Oberbürgermeister Wolfram Leibe betont. So ist auch Christian Göbel von der Kulturstiftung Sparkasse Trier zugegen. Musikalisch umrahmt wird die Feierstunde vom Ensemble Contrapunto unter Leitung von Dominikus Ascher.

Karin Otto vom Kinderschutzbund erläutert ihr Konzept: „Wir wollten gerne mit Flüchtlingskindern in Kontakt kommen. Aufgrund der Sprachbarriere haben wir andere Wege gewählt: Kunst, Literatur, Musik, Schauspiel und Tanz.“ So sei zu Anfang etwa ein Märchen eines syrischen Schriftstellers nachgespielt und mit Musik begleitet worden. In kleinen Gruppen, bestehend aus Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher –  auch deutscher – Herkunft wird gemeinsam gemalt, gebastelt, gespielt und gekocht. Auch Ausflüge stehen regelmäßig auf dem Programm. Beteiligt sind zahlreiche ehrenamtliche Akteure verschiedenster Herkunft, darunter auch eine Clownin, eine Sportlerin sowie Übersetzer. Aktuell seien Jugendliche mit einem Illuminale-Projekt beschäftigt, erzählt Karin Otto.

Ursula „Uschi“ Mettlach weiß beim Entgegennehmen des Bürgerpreises offenbar gar nicht so recht, ob sie lachen oder vor Rührung weinen soll. In Trier-Nord ist sie seit über zwei Jahrzehnten eine feste Größe. So war sie von Anfang an im Vorstand des im Jahr 2000 gegründeten Awo-Stadtverbands. Seit zwölf Jahren macht sie Seniorenarbeit im Awo Ortsverein Trier-Nord, Kürenz und Ruwer. Dafür organisiert sie auch Ausflüge.

Darüber hinaus ist die quirlige 74-Jährige im Vorstand des Bürgerhauses Trier-Nord aktiv und hat in ihrem Viertel rund um die Balthasar-Neumann-Straße bereits drei Straßenfeste organisiert. „Der Erlös geht jedes Mal an einen guten Zweck“, sagt sie und betont: „Ich mache das alles, solange es irgendwie geht – und von Herzen gerne. Das ist einfach mein Fleisch und Blut.“


Der dritte Preisträger ist Manfred Wilhelmi. Der früherer Schulleiter widmet sich seit seiner Pensionierung vor 18 Jahren der Trierer Geschichte.

2004 veröffentlichte er seine erste Chronik der Stadt Trier im Kurtrierischen Jahrbuch. „Damals hätte ich jeden für verrückt erklärt, der mir gesagt hätte, ich würde auch noch die 17. schreiben“, sagt Wilhelmi lachend. Trotzdem findet er Zeit für weitere Forschungen, so schrieb er zwei Artikel zu Lebensmittelmarken aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und den Jahren danach.  Als Weinkenner und Riesling-Liebhaber hielt er Vorträge über alte Weinetiketten. „Man kann an ihnen erkennen, wie es vor allem den kleineren Winzern ergangen ist,“ sagt er. „Es war eine schwere Zeit.“

 Aktuell hat er eine über 100 Jahre alte satirische Zeitschrift wieder ausgegraben: Den „Trierischen Kladderadatsch“. Man darf gespannt sein auf Wilhelmis Erkenntnisse.