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Für die Wissenschaft: "March for Science"-Demonstration in Trier (Fotostrecke)

Für die Wissenschaft: "March for Science"-Demonstration in Trier (Fotostrecke)

In mehr als 500 Städten demonstrierten Menschen am Samstag auf der ganzen Welt im "March for Science" für die Unabhängigkeit und Freiheit der Forschung. Auch in Trier.

Mit dem "March for Science" setzten sich weltweit Menschen für die Prinzipien der Wissenschaft ein. Die Demonstranten sind gegen eine Politik der "alternativen Fakten", die versucht, fundierte Erkenntnisse aus der Wissenschaft grundsätzlich in Frage zu stellen.

Der Zweifel an der Verlässlichkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen hat besonders durch die US-Regierung von Donald Trump an Popularität gewonnen. Die Organisatoren des "March for Science" sind eine Gruppe von Wissenschaftlern aus den USA. Der zentrale Protestzug fand in Washington statt. In Deutschland gingen am Samstag in 18 Städten die Menschen auf die Straße, darunter in Berlin, Bonn, Köln, Hamburg, München, Leipzig, Frankfurt und auch Trier.

An der Porta Nigra trafen sich rund 150 Bürger, Studenten und Professoren, um für die Werte der Wissenschaft einzustehen. Die evolutionären Humanisten Trier haben den "March for Science" für die Stadt Trier organisiert und luden den Präsidenten der Universität Trier, Professor Michael Jäckel, ein. Ebenfalls nahmen Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Bürgermeisterin Angelika Birk an der Demonstration teil. Jäckel betonte in seiner Rede, dass für eine Kultur der wissenschaftlichen Auseinandersetzung Unabhängigkeit und Freiheit im Wissenschaftsbereich wichtig seien. Bürgermeisterin Angelika Birk erinnerte an die Hexenverbrennungen in Trier im 15. und 16. Jahrhundert und plädierte für eine Diskussionskultur, in der nicht auf der Basis von Gefühlen oder Spekulationen gehandelt werden solle. Tom Haas von den evolutionären Humanisten Trier hob hervor, dass die Freiheit von Wissenschaft und Forschung eine der Grundlagen für offene und demokratische Gesellschaften sei.

Die beiden Studenten Benedikt Graf und Helin Dogan nahmen an dem "March for Science" teil, weil sie gegen den aufkommenden Trend der Relativierung von wissenschaftlichen Fakten ein Zeichen setzen möchten. "Wissenschaft und Forschung sind ein guter Weg, um auf Missstände und Probleme in der Welt aufmerksam zu machen und diese zu verändern", sagte Benedikt Graf im Gespräch mit dem TV. Helin Dogan fügte hinzu: "Wir müssen uns an öffentlichen Debatten mehr beteiligen und Kontakt in der Gesellschaft suchen, damit unsere Prinzipien nicht vergessen werden."