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Für ein paar Stunden die Krankheit vergessen

Für ein paar Stunden die Krankheit vergessen

TRIER. Die Weihnachtsfeier des Bezirksvereins der Kehlkopflosen Trier zählt sicher zu den beeindruckendsten in der Region. Auch in diesem Jahr wurden langjährige Mitglieder geehrt.

Am vertrauten Ort, im Matthias-Saal der Abtei St. Matthias, wurde mit Angehörigen und Freunden gefeiert. "Froh und besinnlich wollen wir uns auf das Fest der Liebe und des liebevollen aneinander Denkens einstimmen", sagte der Bezirksvereins-Vorsitzende Winfried Hesser. "Zumindest vorübergehend sollen unsere Mitglieder den Alltagsstress und das hektische Umfeld, vor allem aber Behinderung und Krankheit vergessen", fügte er hinzu. Bei der Weihnachtsfeier der Kehlkopflosen fast immer dabei sind Bürgermeister Georg Bernarding, Pater Bernhard, der frühere Seelsorger am Mutterhaus, Vertreter der Ärzteschaft sowie des Mutterhauses. Bei den Klängen des Mandolinenclubs Trier-Biewer, dem Sketch "Die Rose", aufgeführt vom Theaterverein Trier-Feyen, sowie bei Kaffee und Kuchen verging die Zeit. Urkunden und Ehrennadeln für langjährige Vereins-Zugehörigkeit erhielten Gerhard Hamm, Anni Müller, Adele Weides und Marietta Schneider. Gerhard Hamm ist bereits seit 20 Jahren Mitglied im Bezirksverein der Kehlkopflosen, die drei Damen jeweils seit zehn Jahren. "Kehlkopflos ist nicht gleich stimmlos", betonte Hesser. Dank des Fortschritts der Medizin sei vieles leichter zu ertragen. Doch das Leben mit der Krankheit berühre nicht nur den physischen Bereich. Es sei auch eine Frage der Psyche, der Fähigkeit zu emotionaler Motivation und zur Selbsthilfe. Die Betroffenen hierbei aktiv und effektiv zu unterstützen, sei vordringliches Anliegen des Vereins. Seine Angebote kann man unter www.kehlkopflose-trier.de nachlesen. Viele neigen dazu, sich aus ihrem sozialen Umfeld zurückzuziehen. In diesen Fällen bietet der Verein Hilfe an. In der Homepage der Kehlkopflosen heißt es: "Wer sich selbst aufgibt, kann diese schwere Krankheit nicht überwinden. Bei frühzeitiger Operation und eisernem Durchhaltewillen ist sie jedoch zu bewältigen."