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Für jedes Haus gibt es einen eigenen Plan

Für jedes Haus gibt es einen eigenen Plan

Der Schutz von Häusern in Langsur vor dem Hochwasser der Sauer ist ein zähes Geschäft. Den versprochenen Schutzdamm wird es nicht geben. Deshalb müssen die Hausbesitzer selbst aktiv werden. Die fordern, dass auch das Großherzogtum Luxemburg und das Land Rheinland-Pfalz ihre Hausaufgaben machen.

Langsur. Die Sauer-Anrainer in Langsur haben in den vergangenen Jahren viel Glück gehabt. Denn der Fluss ist schon lange nicht mehr so über die Ufer getreten, dass er bis in die Häuser schwappt. Doch das könnte sich schnell ändern. Deshalb wollen viele Hauseigentümer, dass schnell etwas geschieht.
Treffen mit den Luxemburgern


Mag es am Achtelfinale der Fußball-WM liegen oder an der Tatsache, dass sich trotz vieler Beteuerungen wenig geändert hat. Jedenfalls kommt nur eine Handvoll Bürger zur Versammlung, bei der über den Hochwasserschutz in der Gemeinde gesprochen werden soll. Fest steht seit einigen Monaten, dass es einen Hochwasserschutzdamm wie in Oberbillig und wohl bald auch in Wasserbillig nicht geben wird. Der wäre zu teuer (der TV berichtete).
Was es ebenfalls noch nicht gibt, ist das auch bereits vor Monaten von vielen Langsurern geforderte Abgraben von Sedimenten, die sich an den Ufern zu teils meterhohen Schichten anhäufen. Dass das Wegbaggern der Ablagerungen helfen kann, das Hochwasser zu senken, steht nach Ansicht von Ralf Schernikau vom zuständigen Mainzer Ministerium und von Karl-Heinz Ginsbach von der Struktur- und Genehmigungsdirektion außer Frage. Doch so einfach ist das nicht. Denn erst müssen sich Deutsche und Luxemburger einig werden, was wie wo gemacht wird. Ein erstes Treffen zum Thema hat am Mittwoch in Irrel stattgefunden. Nach Auskunft von Wolfgang Reiland, Bürgermeister der VG Trier-Land, soll es dabei um die gesamte Sauer gehen, die in Belgien entspringt und nach 173 Kilometern bei Wasserbilligerbrück in die Mosel mündet.
Dass die Vertreter von Verwaltung und Kommunen in dieser Sache noch nicht einig sind, ist für viele der Bürger bei der Infoveranstaltung nicht nachzuvollziehen. Teils ratlos sind sie angesichts der Informationen, die sie vom Ministerium bezüglich ihrer Häuser bekommen haben. Für jedes Anwesen hat ein Ingenieur ausgearbeitet, was notwendig ist, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Schernikau: "Ziel ist, dass die Kellerdecke nicht nass wird." Ein kompletter Schutz für jedes Gebäude sei nicht finanzierbar. Bis Ende September müssen die Hausbesitzer nun abwägen , welche der vorgeschlagenen Arbeiten sie machen lassen. Denn es gibt welche (Abdeckungen für Kellerschächte oder Pumpen), die womöglich bezuschusst werden. Das hochwassersichere Verlegen von Stromkabeln ist beispielsweise allein aus Sicherheitsgründen ebenfalls wichtig. Dafür gibt es jedoch keine Unterstützung.
Mitte November wird es ein weiteres Gespräch geben. Dann soll auch klar sein, was alles an den 39 Langsurer Häusern gemacht werden soll. Möglicherweise gibt es dann auch Informationen darüber, wo links und rechts der Sauer gebaggert werden kann, um das Hochwasser niedriger zu halten.