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Für Kinder in Krisengebieten

Für Kinder in Krisengebieten

Kunstlieder aus dem 19. und 20. Jahrhundert präsentieren Jieun und Johannes Kowollik am Samstag in der Promotionsaula des Priesterseminars. Mit ihrem Konzert möchten sie die Arbeit von Unicef in Nahost-Krisengebieten unterstützen.

Trier. "Das habe ich in all den Jahren selten erlebt", erzählt Renate Junk, langjährige Leiterin der Trierer Unicef-Arbeitsgruppe, strahlend: Vor einigen Monaten meldete sich eine junge Südkoreanerin bei ihr; sie sei Sängerin und würde gerne ein Benefizkonzert für Unicef geben. Renate Junk sagte begeistert zu.
"Unsere Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Yuna Kim hat viel Geld für Unicef gespendet", sagt die Sopranistin Jieun Kowollik über ihre Motivation. "Viel Geld habe ich ja nicht, aber ich dachte mir, ich habe andere Möglichkeiten, etwas für Kinder in Not zu tun." Von dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen habe sie schon als Kind erfahren: "In der Schulklasse meiner Schwester wurde Geld für Unicef gesammelt."
Seit knapp zwei Jahren lebt die 34-Jährige in Trier, seit Juli ist sie mit Pianist Johannes Kowollik (30) verheiratet. Dieser ist in Tübingen geboren, hat aber Trie rer Wurzeln. Und auch der Hang zur Musik kommt bei beiden nicht von ungefähr. Johannes Kowolliks gleichnamiger Onkel war ein bekannter Trierer Pianist. "Er hat Konzerte in der Promotionsaula gegeben, wie ich nun", sagt sein Neffe. Er starb Mitte der 80er Jahre. Großvater Walter Kowollik war Kapellmeister in Trier. Seine heute 95-jährige Frau hatte als Sopranistin im Domchor gesungen.
"Mein Vater spielt Geige bei der Orchestergesellschaft Weil am Rhein, meine Mutter gibt Klavierunterricht - und dann habe ich noch einen Onkel in Konz, der ein begeisterter Chorsänger ist", erzählt Johannes Kowollik weiter. Das Paar lebt nun im Haus der Großmutter in Trier-West. Beide besuchen die alte Dame regelmäßig im Seniorenheim und gehen mit ihr spazieren.
Jieun Kowollik wuchs in Korea auf der Apfelplantage ihrer Eltern auf. "Sie haben unsere Berufswünsche immer unterstützt", sagt sie. Eine Schwester arbeitet als Schauspielerin und Musical-Sängerin in Seoul. Sie selbst absolvierte in Korea ein Bachelor-Studium und ging dann für ein Aufbaustudium nach Paris und Bremen. Dort studierte sie Gesang bei Altistin Maria Kowollik, der Tante ihres zukünftigen Mannes. Diesen lernte sie bei einem Musikprojekt kennen; er wurde in Bremen von Patrick O\'Byrne am Piano ausgebildet. Beide Künstler machten gleichzeitig ihren Abschluss - mit der Note "sehr gut".
Johannes Kowollik unterrichtet nun an der Trierer Dommusikschule, seine Frau ist als freiberufliche Sängerin tätig. "Im April gebe ich in Straßburg ein Konzert zusammen mit der Orchestergesellschaft Weil am Rhein, im Juli singe ich hier in Trier mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz", kündigt Jieun Kowollik an. Doch zunächst freut sie sich auf das Benefizkonzert für Unicef in der Promotionsaula, das Kindern in Syrien, dem Nordirak und den Nachbarländern zugute kommen soll. "Während des Koreakriegs hat Unicef koreanischen Kindern geholfen", sagt Jieun Kowollik. "Nun möchte ich etwas für Kinder tun."
Das Benefizkonzert für Unicef ist am Samstag, 22. November, ab 19 Uhr in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars. Begleitet von Johannes Kowollik am Flügel präsentiert die Sopranistin Jieun Kowollik Lieder von Komponisten wie Sergej Rachmaninov, Nikolaj Rimsky-Korsakov, Franz Liszt und Richard Strauss. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.