1. Region
  2. Trier & Trierer Land

"Für Laien schwer nachvollziehbar"

"Für Laien schwer nachvollziehbar"

SCHWEICH. Kosten einsparen durch effektiven Einsatz von Personal und Maschinen – das ist ein Hauptziel des TPL-Konzeptes. Die nach der neuen Stelle des "Technischen Produktionsleiters" benannte Reform ist umstritten. Im Schweicher Stadtrat wird am morgigen Donnerstag darüber diskutiert.

Landauf, landab wird in den Räten darüber diskutiert, Reviere zusammenzulegen und die Forstwirtschaft neu zu organisieren. Kernpunkt der Reform ist der effiziente Einsatz der Waldarbeiter und Unternehmer. Verantwortlich dafür ist künftig der Technische Produktionsleiter (TPL), der im ganzen Forstamt nach kostengünstigen Einsatzmöglichkeiten Ausschau halten soll. Er übernimmt auch technische Aufgaben, die bisher der Revierförster übernommen hat. Viele Ortsbürgermeister befürchten, dass diese Reform - übrigens ein freiwilliges Angebot des Landes - auf Kosten ihrer Kommunen geht.Vom Revierförster zum Handlanger?

Waldarbeiter stünden dann möglicherweise über einen längeren Zeitraum im eigenen Revier nicht mehr zur Verfügung, glaubt Matthias Daleiden, Ortsbürgermeister von Trierweiler. Auch werde der Revierförster zum Handlanger degradiert, was nicht gerade motivationsfördernd sei. Er tendiert dazu, das TPL-Konzept probehalber für drei Jahre einzuführen. Auch Vitus Blang, Stadtbürgermeister von Schweich, fragt sich, ob die neue Art der Beförsterung und Bewirtschaftung des Waldes der Weisheit letzter Schluss ist. "Eine Kostenersparnis ist für einen Laien nur schwer nachvollziehbar", meint Blang, der mit dem Schweicher Stadtrat am morgigen Donnerstag über die neue Revier-Organisation debattieren wird (Sitzungsbeginn ist um 19 Uhr im Alten Weinhaus in Schweich). Das TPL-Konzept geht zurück auf einen Beschluss der Landesregierung aus dem Jahr 2000. Zur Verbesserung der Finanzsituation - so das Ziel - sollen 20 Prozent des Personals eingespart werden und nahezu jedes zweite Forstamt durch Zusammenlegung geschlossen werden. Den zusammengelegten Ämtern wird ein technischer Produktionsleiter zugeteilt. Mit dem angestrebten effizienteren und revierübergreifenden Einsatz der Waldarbeiter könne man besser auf den Holzmarkt reagieren und termingerechter Aufträge erfüllen. Solche oder ähnliche Sätze bringen die Forstamtsleiter dieser Tage gebetsmühlenartig über die Lippen, um die Ratsfrauen und -männer von dem neuen Konzept zu überzeugen. Im Schweicher Stadtrat wird dies der Part von Forstdirektor Gundolf Bartmann sein. Der Erfolg des neuen Konzepts wird sicherlich entscheidend davon abhängen, wie die Hierarchie-Ebenen miteinander harmonieren. Als genereller Auftragnehmer fungiert der ehemalige Revierleiter der TPL. Ihm unterstellt sind die TPA's (Produktassistenten), das sind die ehemaligen Forstwirtschaftsmeister. Die unterstützen den TPL und sind zuständig für den Holzhaushalt bis hin zur Holzabfuhrkontrolle. Der TPA ist Ansprechpartner für die Tags - so wird die drei- bis neunköpfige Gruppe der Waldarbeiter genannt. Die Waldarbeiter wiederum setzen die Arbeitsprogramme selbstständig um und sind für das Erreichen der Leistungsziele verantwortlich.