1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Für neue Räder wird der Platz eng

Für neue Räder wird der Platz eng

Nun also auch die Verbandsgemeinde Ruwer. Nachdem in der VG Schweich bei Windkraftplänen nachgebessert werden muss, gehen die Beratungen in der VG Ruwer ebenfalls in eine weitere Runde. Über viele Gebiete muss dabei nicht mehr gesprochen werden.

Waldrach "Wir sind als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet" - so umreißt Bürgermeister Bernhard Busch vor dem Bau- und Planungsausschuss die Situation, vor der die Verbandsgemeinde Ruwer nach der zweiten Offenlage ihrer Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans "Windenergie" steht. Die Fortschreibung hatte vorgesehen, zusätzliche und teils weiträumige Flächen auf den Gemarkungen Osburg, Bonerath, Holzerath, Schöndorf, Hinzenburg und Farschweiler für die Windkraftnutzung auszuweisen. Nach dem Ergebnis der zweiten Offenlage müssen die genannten Flächen aus dem Plan gestrichen werden, weil sie in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück und/oder in einer Wasserschutzzone liegen. Der lukrative Wunsch der genannten Ortsgemeinden nach Windrädern auf eigenem Grund wird Wunsch bleiben. Geblieben sind lediglich zwei kleinere Flächen am Rand der Gemarkung Lorscheid als Anhang an den geplanten Hermeskeiler Windpark und eine moderate Erweiterung des Waldracher Windparks. Bestandsschutz genießt der vorhandene Windpark auf der Gemarkung Gusterath.Fazit: Die ohnehin geringe Hoffnung auf mögliche Ausnahmeregelung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord für die Naturpark-Kernzone ist geplatzt. Bürgermeister Busch: "Windkraftanlagen sind in den Kernzonen der Naturparke grundsätzlich nicht genehmigungsfähig. Dies wurde uns kürzlich bei einem Gespräch mit Vertretern der Landesplanung und der Unteren Naturschutzbehörde nochmals bestätigt." Vorausgegangen ist seit 2015 eine nahezu "unendliche Geschichte wegen der verschiedenen Wünsche der Ortsgemeinden". Und die SGD Nord habe zunächst nur mit "wachsweichen Antworten" reagiert - erst jetzt seien klare Vorgaben gemacht worden. Insgesamt fast 140 Seiten umfassen nach der zweiten Offenlage die Stellungnahmen und Einwendungen der Träger öffentlicher Belange (Behörden, Naturschutzverbände, Versorgungsunternehmen, Verkehrsträger und weitere mehr) sowie Einwände und Bedenken von betroffenen Privatpersonen aus den Anrainergebieten der vorgesehenen Windkraftflächen. Vor dem Ausschuss erläutern die Planer Thomas Lang, BKS Ingenieurgesellschaft Trier, und Jennifer Schell, Büro Fischer Trier, die Vorlagen. Da die Stellungnahmen und Einwände sich größtenteils auf Flächen beziehen, die ohnehin aus der Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans herausfallen, beschließt das Gremium eine Überarbeitung des Plans mit anschließender erneuter Offenlage. Eine entsprechende Empfehlung geht an den Verbandsgemeinderat Ruwer. Der wird in seiner nächsten Sitzung erneut zum Kampf mit den Windmühlen antreten müssen.KommentarMeinung

Verwehte WindkraftträumeVollverspargelung der Landschaft misslungen - Bild des vorderen Hochwaldes gerettet. Mit dem Versuch, per Windkraft ihre Gemeindekassen aufzubessern, sind sechs Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Ruwer voll gegen die Wand gefahren. Der Blick auf den nun verworfenen Flächennutzungsplan zeugt vom Bemühen, alle infrage kommenden Orte bei der Verteilung des großen Kuchens zu berücksichtigen. Eine vergebliche Mühe, denn im Prinzip stand von Anfang an fest, dass in der Kernzone des Naturparks und im Wasserschutzgebiet nichts laufen würde. Da half auch die vage Hoffnung auf eine eher unwahrscheinliche Ausnahmegenehmigung nichts. Warum sollte der VG Ruwer erlaubt werden, was anderenorts tabu ist? Unverständlich ist jedoch das Verhalten der Landesbehörden. Warum hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord nicht sofort in aller Deutlichkeit "nein" gesagt? So hätte vielleicht einiges an Planungskosten eingespart werden können. Friedhelm Knopp trier@volksfreund.de SANIERUNGSKONZEPT HALLE MERTESDORF

Extra

Die Ruwertalhalle in Mertesdorf ist nach mehr als 35 Jahren ein Sanierungsfall. Im Prinzip ist die Erneuerung der Energietechnik erforderlich. In der Ausschusssitzung informiert der Beratende Ingenieur Josef Rittgen über das Energiekonzept. Das Gremium nimmt die Informationen zur Kenntnis - ein Beschluss ist noch nicht erforderlich. Mit Planung wird die technische Rundumerneuerung auf rund 640 000 Euro veranschlagt. Als Maßnahmen genannt werden Erneuerungen/Anpassungen der Kesselanlage, Isolierung, Lüftung, Sanitäranlagen, Trinkwasserversorgung, Oberlichter, Sporthallenbeleuchtung und Außenwanddämmung. Diplomingenieur Rittgen: "Es gibt dafür neue Fördermöglichkeiten. Die müssen von der Verbandsgemeinde beantragt werden." Es sei ein kompliziertes Antragsverfahren, bei dem sein Büro beratend zur Seite stehen könne.