1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Für uns soll’s rote Rosen regnen

Für uns soll’s rote Rosen regnen

Demenzerkrankungen nehmen zu. Durch die Einbeziehung der Erkrankten ins kulturelle Geschehen erhalten Betroffene und Angehörige eine Wertschätzung, die durch die Arbeit des Demenzzentrums ermöglicht wird.

Trier. Die Gesellschaft ist gezwungen, sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen und die Erkrankung aus einer Tabuzone zu befreien. Das hat das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend erkannt. Im Rahmen der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz hat es eine Projektförderung bewilligt.
Der vom Trierer Demenzzentrum e. V. ins Leben gerufene Chor erhielt eine Summe von 10 000 Euro, die das Projekt für die nächsten zwei Jahre unterstützen soll. Anlässlich dieser guten Nachricht gab der Chor ein Konzert im Foyer des Trierer Theaters.
Scheck vom Landkreis


Der Kreisbeigeordnete Arnold Schmitt ließ es sich nicht nehmen, dem Chor einen Scheck zu überreichen. Er betont die Wichtigkeit der Arbeit des Demenzzentrums und die Herausforderung, die immer mehr Menschen betrifft: "Wie ermöglichen wir den Betroffenen ein menschenwürdiges Leben und wie hilft man den Angehörigen?" Uschi Wihr vom Demenzzentrum e. V. erklärt: "Unser Chor besteht aus 25 Leuten im Alter von Anfang 70 bis Mitte 80, von ihnen sind etwa zwei Drittel dement. Alle Senioren sind herzlich willkommen, bei uns mitzumachen."
Dass der Singkreis immer wieder außerhalb des Demenzzentrums in der Engelstraße für Auftritte gebucht wird, liegt ihr besonders am Herzen. Die 79-jährige Erika Schmid singt gemeinsam mit ihrem Mann mit und ist begeistert: "Es ist eine schöne Gemeinschaft, und es macht immer Spaß", erzählt sie. Nachdem sich der Chor zusammen mit den rund 60 Gästen mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatte, gibt er sein Repertoire zum Besten. Unterstützt von Hildegard Knebel und Friederike Schwemmlein hören und sehen die Anwesenden unter anderem ein auf die Melodie von Jingle Bells umgedichtetes Lied, in dem während des Singens auch mit Händen und Füßen die Hausarbeit beschrieben wird. Das Phänomen bei Demenzerkrankungen, dass die Betroffenen zwar oft nicht mehr sprechen, Lieder aus der Vergangenheit aber problemlos singen können, ist vielen Menschen nicht bekannt.
Zuvor hatte Neurologe Professor Maschke in seiner Rede die Wichtigkeit des Singens für Erkrankte betont. Obwohl der Name des Chors "Für uns soll's rote Rosen regnen" heißt, zählt der große Applaus, der am Ende der Darbietung auf die Sänger regnet, mindestens genauso.