Bildung: Für Versöhnung unter den Völkern

Bildung : Für Versöhnung unter den Völkern

Die argentinische Schriftstellerin Erika Rosenberg spricht vor Schweicher Schülern über das Dritte Reich.

(red) Die Schriftstellerin und Übersetzerin Erika Rosenberg war  zu Besuch in zwei zehnten Klassen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Schweich. Die 67-jährige Professorin lebt in Argentinien. Ihre Eltern waren 1936, im Jahr nach den „Nürnberger Gesetzen”, in denen die Nazis Berufsverbote für deutsche Juden aussprachen, über Paraguay nach Argentinien ausgewandert.

In Buenos Aires lebt Erika Rosenberg mit ihrer Familie. Zweimal im Jahr besucht sie mit ihrem Mann Europa, um ihrem Herzensanliegen nachzukommen, nämlich junge Menschen zur Versöhnung unter den Völkern anzuregen.

Vor etwa 30 Jahren recherchierte Rosenberg für ein Buch über deutsche Auswanderer in Argentinien und stieß dabei auf Emilie Schindler, die Frau des durch den Hollywoodfilm „Schindlers Liste” (1993) weltbekannt gewordenen Unternehmers Oskar Schindler. 1990 lernte sie Emilie Schindler persönlich kennen. Aus den intensiven Gesprächen, die die Grundlage ihrer Biografien über Emilie und Oskar Schindler sind, entwickelte sich mit Emilie eine innige Freundschaft. „Ich bin mit Emilie den Weg der Versöhnung gegangen”, sagt Rosenberg als Enkelin ermordeter deutscher Juden über den Austausch mit Emilie, die als Deutsche gemeinsam mit ihrem Mann 1200 Menschen das Leben gerettet hatte. Und so spricht sie in ihrem Vortrag „Zivilcourage und Mut – Wie Emilie und Oskar Schindler 1200 Menschen vor der Gaskammer retteten” über ihre eigene Familiengeschichte, die von Flucht, Vertreibung und Immigration geprägt war, und über die Rettungstaten der Schindlers. Dabei rückt sie die Leistung Emilie Schindlers, die sich von Anfang an um die jüdischen Zwangsarbeiter in der Schindlerfabrik sorgte, ins rechte Licht. Im letzten Teil ihres zum Nachdenken anregenden Vortrags geht sie auf das Verhältnis von Fiktion und Realität in Spielbergs Film ein und setzt sich kritisch mit diesem auseinander. Abschließend würdigt Rosenberg die Verdienste Emilie Schindlers, die bereit war, ihr Leben für andere aufs Spiel zu setzen und gibt den Schülern des DBG mit auf den Weg, sich für Frieden und Versöhnung in der Welt einzusetzen.

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