Furcht vor einem Feuerteufel

TRIER. Mehr als 60 Feuerwehrleute kämpften am Sonntag vier Stunden lang gegen einen Brand auf dem Betriebsgelände der Firma Steil im Trierer Hafen (der TV berichtete). Schon wieder ist die Rede von Brandstiftung – es gab in den letzten sechs Monaten mehrere ominöse Brände in Trier. Ist ein Feuerteufel unterwegs? Die Polizei ermittelt.

"Wir haben noch keine konkreten Belege für Zusammenhänge zwischen den Bränden", sagte gestern Polizei-Pressesprecherin Monika Peters. "Aber wir ziehen diese Möglichkeit in Betracht. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren." 2000 Kubikmeter nicht-metallischer Rückstände aus dem Schredderprozess standen am Sonntag in Flammen. "Dieses Material fängt nicht einfach so von allein Feuer", sagt Manfred Metzdorf, Produktions-Prokurist bei Steil. "Eine Selbstentzündung kann es kaum gewesen sein." War es Brandstiftung? Metzdorf: "Der Verdacht liegt nahe. Schließlich brannte es am Freitagabend gegen Mitternacht auch auf unserem Gelände in der Metternichstraße." Dort standen gegen Mitternacht geschredderte Joghurt-Becher in Flammen. "Es ist doch äußerst unwahrscheinlich, dass ein und dieselbe Firma innerhalb von zwei Tagen von zwei Selbstentzündungen betroffen sein soll." Das Feuer auf dem Gelände der Firma Theo Steil setzt die Serie der rätselhaften Brände fort. Ende August stand die Heuhalle des Reit- und Fahrvereins Trier auf dem Trimmelter Hof in Flammen - die genau ein Jahr vorher schon einmal zum Inferno geworden war. Anfang September brannte ein ehemaliges Stellwärterhaus am Mäusheckerweg in Pfalzel völlig aus. Wenige Tage später war es ein direkt neben einem Wohnhaus stehender Schuppen - ebenfalls in Pfalzel. Der Brand des Müllhaufens bedeutet keinen hohen Sachschaden für die Firma Steil. "Es stellt sich jedoch die Frage, ob der Rauch Häuser in der Nachbarschaft beschädigt hat", sagt Metzdorf. "Hier müssen wir warten, was auf uns zukommt." Margret Pfeiffer-Erdel, UBM-Stadtratsmitglied aus Pfalzel, saß am Sonntag in der ersten Reihe. "Riesige schwarze Rußwolken verdeckten den Himmel, der Gestank verbrannten Altöls lag in der Luft." Für sie ist der Brand ein Anlass zu harter Kritik, die der betroffenen Firma Steil und den Genehmigungsbehörden gilt. "Es ist mir unverständlich, wieso man in der Nähe von Wohngebieten solche umweltbelastenden Betriebe genehmigt. Allmählich muss den dafür Verantwortlichen klar werden, dass sie die Gesundheit der Bevölkerung bewusst gefährden."