Fußball im Mondkrater
Zwei der engagiertesten Trainer des SV Ehrang wollen ernst machen: Lothar Schmitt und Alois Reichert schmeißen ihren Job hin, sollte der Verein nicht ab September einen Kunstrasenplatz auf der Heide haben.
Trier-Ehrang. Seit fast 40 Jahren wartet der SV Ehrang darauf, dass die Stadt Trier ihr einst gegebenes Versprechen erfüllt: ein Rasensportplatz auf der Heide. Derzeit tummeln sich Fußballer auf einem Platz, den sie als "unbespielbar" bezeichnen. Tatsächlich ist auf dem 36 Jahre alten Spielfeld keine Deckschicht mehr vorhanden, grobsteinige Lava kommt überall heraus - schlimme Verletzungen mit großflächigen Schürfwunden sind an der Tagesordnung. "Als ob Glas hineinschneidet", vergleicht Schmitt die Situation auf dem Platz, den er als einen "Mondkrater" bezeichnet. Die beiden Sportler sind die treibenden Kräfte im SV Ehrang, der mit 500 Mitgliedern, davon 350 Kindern, einen gewichtigen Anteil an Stadtteilarbeit leistet.Das Paradoxe an der Situation: Das Geld für den Bau des Kunstrasenplatzes ist im Haushalt der Stadt Trier vorgesehen. Was fehlt, ist die Freigabe der Mittel durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier. Im Februar gab die Behörde 50 000 Euro frei, mit denen der Ist-Zustand des Platzes sowie die Gesamtkosten für eine Umgestaltung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz ermittelt werden sollen.Im April teilte die ADD der Stadt mit, dass die Maßnahme nicht förderungsfähig sei. Der Grund: Um die haushaltswirtschaftliche Vertretbarkeit der Maßnahme zu belegen, fehlten weitere Erfordernisse. Ein Nachweis, dass der Verein den Platz mehr als 1800 Stunden im Jahr nutzt, sei letzte Woche bei der Stadt eingereicht worden, so Schmitt. Eine so genannte Unabweisbarkeitsprüfung steht in diesen Tagen an. Damit soll von einem Gutachter die Sanierungsbedürftigkeit des maroden Platzes geprüft werden."Wenn es dann heißt, dass der Platz noch zehn Jahre hält, hören wir morgen auf. Dann ist Feierabend hier!", drohen Reichert und Schmitt empört. Sportdezernent Georg Bernarding: "Ich gehe davon aus, dass der Kunstrasenplatz kommen wird." Im Sportministerium hat man die Dringlichkeit erkannt. Innenminister Karl Peter Bruch besichtigte auf Bitte der Landtagsabgeordneten Ingeborg Sahler-Fesel vor einigen Tagen den Platz und war der Meinung, "dass ein Kunstrasenplatz gemacht werden muss".