Fußgängerzone Trier: Das neue Pflaster in der „Sim“ ist fertig

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Die Stolperfallen im Pflaster der Simeonstraße sind Geschichte. Nach monatelangen Arbeiten wird Triers Einkaufsmeile zum Weihnachtsgeschäft wieder freigegeben. Dennoch bleibt im neuen Jahr etwas zu tun.

Die Trierer Fußgängerzone ist eine der beliebtesten Einkaufsmeilen in Deutschland. Vor allem in der Simeonstraße, zwischen Porta Nigra und Hauptmarkt, ist die Fußgängerfrequenz ähnlich groß wie zum Beispiel in der Hohen Straße in Köln. Doch das Pflaster dort hat bis vor einigen Jahren Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, zu denen mit einem Augenzwinkern auch Frauen in hochhakigen Schuhen gezählt werden können, vor Probleme. Es kam zu Stürzen und Klagen gegen die Stadt, der eine Vernachlässigung der Verkehrssicherheitspflicht vorgeworfen wurde.

2014 hatten Kontrolleure 115 Mängel auf den Verkehrsflächen der Sim erfasst, ein Jahr später Jahr waren es bereits 150, acht davon aus der Kategorie Unfallgefahr. Im Mai 2016 stürzte eine Frau und brach sich den Oberarm. Sie klagte gegen die Stadt auf Schmerzensgeld und gewann vor dem Landgericht. In der Revision bestätigte auch das Oberverwaltungsgericht den Anspruch auf eine Zahlung von 12 000 Euro. Bitteres Fazit für die Stadt: Bei Stolperfallen durch Pflasterversprünge von mehr als zwei Zentimetern haftet die Kommune.

Auch um solche Klagen zu vermeiden, wird nach der Sanierung des Belags auf dem Hauptmarkt seit vier Jahren auch in der Simeonstraße gebaut. Abschnitt für Abschnitt ist der alte, vielfach defekte und löchrige Belag Abschnittsweise entfernt und durch neues Natursteinpflaster ersetzt worden. Entlang der Mittelrinne der Simeonstraße wurde ein Streifen in großformatigem Pflaster eingebaut, der insbesondere Rollstuhlfahrern die Fahrt durch die Fußgängerzone erleichtert.

Vorläufig letzter Abschnitt war in den vergangenen Monaten der Bereich zwischen Karstadt und dem Porta Nigra-Vorplatz. Dort wurden auch die alten, in Stein gefassten Hochbeete abgerissen und alte Sitzbänke und Fahrradbügel vorübergehend abgebaut. In Bauzäune eingefasste Bauabschnitte und Materiallager haben den Weg durch diesen Teil der Sim seit Monaten zu einem Hindernislauf gemacht, besonders, wenn auch noch Lieferverkehr unterwegs war. Doch zum anstehenden Weihnachtstrubel in der City gibt es eine gute Nachricht: „Wir sind in der finalen Phase der Pflastersanierung“, sagte eine Mitarbeiterin des Stadtplanungsamts bei der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch. „Vor dem Start des Weihnachtsgeschäfts wird die Straße wieder frei sein.“ Lediglich die Dehnfugen des Pflasters würden erst im Frühjahr hergestellt. „Das geschieht zunächst provisorisch.“

Einige neue Fahrradbügel haben Mitarbeiter der Firma Schnorpfeil bereits am Donnerstag gesetzt. Die weitere Möblierung der Straße soll folgen. „Die Quantität bleibt, die Qualität wird verbessert“. So werden wieder 13 Abfallbehälter installiert werden. Neue Hochbeete und bis zu 50 Sitzmöglichkeiten (bislang 42) sollen folgen, auch barrierefreie, bei denen die Sitzfläche etwas höher liegt. Die Telefonstation (Ecke Margaretengässchen) bleibt erhalten. Die Zahl der Radbügel wird von elf auf 14 erhöht.

Der Trierer Weihnachtsbaum ist seit Freitag geschmückt. Auf dem Hauptmarkt lockt der Weihnachtsmarkt. Wer beides sehen will, geht durch die Simeonstraße, ab sofort auf Pflaster ohne Stolperfallen.

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