Ganz schön heiß bis ganz schön kuschelig

Ganz schön heiß bis ganz schön kuschelig

Die Modewelt ist immer in Bewegung. Es gibt ständig neue Trends. "Move" - zu Deutsch "bewegen" - ist deswegen der Titel der Modenschau der Design-Studentinnen der Hochschule Trier. 680 Zuschauer haben die je zweistündigen Schauen im Glaspavillon der Industrie- und Handelskammer gesehen.

Trier. Futuristische Interpretationen mit architektonischer Schnittführung und fantasievolle Kindermode: In je zweistündigen Modenschauen haben die Bachelor-Absolventinnen und Studierende des Masterstudiengangs Modedesign gezeigt, was sie gelernt haben. "Die Entwürfe sind tauglich", urteilt Gregory Molitor. Der 25-jährige Luxemburger ist besonders begeistert von den Männerkollektionen. "Die Kleidungsstücke sind sehr nah am Menschen dran. Ich würde sie selbst auch tragen."Gemustert wie Insekten


Die 25-jährige Caroline Zöllner präsentiert mit ihrer Kollektion "Multiple" Kleidung mit zwei Seiten. Jacken mit Reißverschlüssen an Vorderseite und Rücken wollen dem Betrachter nicht so recht verraten, wie richtig getragen werden. "Die Idee kam mir im Zusammenhang mit der Metamorphose von Insekten", sagt die Studentin des ersten Master-Semesters. Die Prints der Jacken sind gemustert wie die Panzer mancher Insekten. Fast vier Monate habe sie an der fünfteiligen Kollektion gearbeitet. Alltagstauglich sei die Kollektion weniger. "Ich habe alles ein wenig überspitzt dargestellt", sagt Designerin Zöllner. Eine Herausforderung sei das Anfertigen der Jacken gewesen. "Sie sind alle gefüttert. Das macht das Nähen schwieriger", sagt die junge Frau.
27 Models zeigen in zwei Modenschauen die Kollektionen der jungen Designerinnen im Glaspavillon der Industrie- und Handwerkskammer Trier. Mit insgesamt 680 Zuschauern waren die Modenschauen ausverkauft. "Ich gehe schon seit mehreren Jahren zu den Modenschauen und finde die Location immer sehr einfallsreich", sagt Margot Mertes aus Ruwer. Ihre Tochter läuft als Model bei der Show mit.
Anna Mareike Köhler, 24, möchte mit ihrer Kollektion den Moment des Lichts beim Anbrechen eines neuen Tages würdigen. The blue Hour ist eine siebenteilige Strick-Kollektion. Im thüringischen Apolda hat sie dazu einen Workshop zum Thema Strickmaschinen gemacht. "Die Herausforderung war die Wahl des Garnes. Bei Strick weiß man nie, was genau am Ende herauskommt", sagt die Studentin im zweiten Mastersemester.
Edith Lubis, 52, ist aus dem saarländischen Dillingen nach Trier zur Modenschau gekommen. Ihr Fazit: "Beeindruckende Entwürfe, beeindruckende Models, eine beeindruckende Show."Extra

Den Modepreis der Stadt Trier gibt es seit 13 Jahren. Kriterium für die Auszeichnung ist die Kreativität der jungen Designerinnen. Beurteilt werden die Studentinnen von Profis aus der Modewelt - der Escada-Chefdesignerin Brigitte Maier, der freien Journalistin Alexandra von Schledorn und von Winfried Rollmann, Chef der Pariser Trendagentur Seasons. Die Sieger 2013 sind: 1. Platz: Lisa Heigert, Kollektion Die fehlende Hälfte, aus dem Urteil der Jury: "Die Entwürfe zeigen viel Mut und Power, da ist richtig was los." 2. Platz: Juliane Osten, Kollektion [In]kongruenz, Jury: "Osten zeigt konzeptionelle Klarheit und große Sensibilität bei der Materialrecherche." 3. Platz: Sarah Schmitz, Kollektion There was life before, Jury: "Die Entwürfe sind frisch, vital, kraftvoll und vielversprechend für die Zukunft." ass

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