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Ganztagsschule: Pro und Contra

Ganztagsschule: Pro und Contra

TRIER. Der Stichtag ist der 15. März. Wenn bis dahin nicht mindestens 36 Anmeldungen eingegangen sind, hat die Egbert-Grundschule die Option verwirkt, im Schuljahr 2006/2007 zur Ganztagsschule zu werden. Derzeit liegen erst 30 Anmeldungen vor.

Schulleiterin Johanna Keller, Thomas Kürwitz, Ganztagsschul-Moderator für den Raum Trier, Trier-Saarburg und Bitburg, und Bernhard Herbrand von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) informierten rund 100 Anwesende - das komplett vertretene Kollegium und zahlreiche Eltern - über die Veränderungen, die der Ausbau der Egbert Grundschule zur Ganztagsschule mit sich bringt. Während die Akteure auf dem Podium diese Entwicklung als positive Chance begriffen und vermitteln wollten, gab es aus den Reihen der Eltern viele Nachfragen und kritische Anmerkungen. Großen Nachteil sahen einige Eltern darin, dass die Betreuung nach dem Unterricht plus Mittagessen, wie sie seit 1996 durch den Freundes- und Förderverein der Schule angeboten wird, durch die neue Form der Ganztagsschule beendet werden muss. Um Entgegenkommen und Flexibilität zu demonstrieren, erklärte Herbrand eine flexible Handhabung für möglich, dass auch andere Kinder das Mittagessen in Anspruch nehmen könnten. Allerdings würde dann ein höherer Elternbeitrag zum Schulessen nötig als für Ganztagsschüler. Die wiederum blieben an vier Tagen pro Woche bis 16 Uhr in der Schule. Ausnahmen davon solle es nicht geben, so sei es vom Land bestimmt. Es sei denn, die Schulleitung ließe trotz des hohen organisatorischen Aufwandes in Ausnahmefällen mit sich reden. Einzelgespräche führen zu wollen, bot die Schulleiterin den Eltern an, die noch mit einer Entscheidung zögerten. Das Konzept, das Johanna Keller vorlegte, sieht vor, die zur Ganztagsschule angemeldeten Kinder in verschiedenen Modulen zu betreuen. Nach dem Mittagessen, das jeweils die ersten und zweiten Klassen sowie Dritt- und Viertklässler gemeinsam einnehmen sollen, wird es Möglichkeiten für Spiel und Ruhe geben. Danach startet die Lernzeit mit der Hausaufgabenbetreuung. Unter dem Stichwort "Förderung" werden Nachhilfeunterricht, die Förderung von Stärken und die Minderung von Schwächen sowie die Stärkung sozialer Kompetenzen zusammengefasst. Zusätzlich soll es unterrichtsbezogene Ergänzungen geben. Während dieser Zeit kann gelerntes Wissen vom Vormittag vertieft und in Arbeitsgemeinschaften gefestigt werden. Durchgehende fachliche Betreuung

Das sechste Angebotsfeld werden Projekte und themenbezogene Vorhaben füllen. Dabei seien auch die Interessen von Eltern oder Hobbys der Lehrer gefragt, außerschulische Kräfte könnten in diesen Bereichen Kurse anbieten. Kooperationen mit Vereinen und Institutionen werden von bereits bestehenden Ganztagsschulen gerne eingegangen. Eine fachliche pädagogische Betreuung werde durchgehend gewährleistet, beruhigten Keller, Herbrand und Kürwitz die besorgten Eltern. Dass die Kinder von der Einrichtung einer Ganztagsschule profitieren, unterstrich Thomas Kürwitz in einer engagierten Rede. Kürwitz spricht aus Erfahrung, denn er ist auch Lehrer an der Ambrosius-Grundschule, die seit vier Jahren Ganztagsschule ist. Auch außerschulische Aktivitäten könnten Kinder noch wahrnehmen. Wenn die Mindestzahl von 36 Anmeldungen erreicht ist, kann mit den baulichen Veränderungen in der Schule begonnen werden. Ein Leseraum ist bereits in Planung.