Gastronomie : Gartenrestaurant The Benedict Trier: Aus der Traum vom Weihnachtsmarkt

Das neue Gartenrestaurant The Benedict macht seinem Ruf als Mysterium weiterhin alle Ehre. Der vollmundig angekündigte „Weihnachtsmarkt“ kommt in diesem Jahr nicht mehr. Auch von Bauaktivitäten im Stadthof Fetzenreich keine Spur. Was dahinter steckt, und was 2023 kommen soll.

Gastronomen, die in diesem Advent auf Glühwein & Co. setzen, liegen goldrichtig. Selbst, wo Spitzenpreise von 4 Euro und mehr für eine 0,2-Liter-Becherfüllung verlangt werden, läuft der Absatz prächtig. Jetzt wartet alles auf die Premiere des Mini-Weihnachtsmarkts, der für die letzten beiden Vorweihnachtswochen auf dem Gelände des Gartenrestaurants The Benedict (Sichelstraße) über die Bühne gehen sollte. Aber dort tut sich erkennbar – nichts. Tische und Bänke stehen noch so wie bei Saisonende im September. Dabei müssten doch so langsam mal Aufbauarbeiten in die Gänge kommen. Das aber wird nicht passieren, erklärt Immobilienbesitzer Markus Friedrich im Gespräch mit dem TV: „Die ursprüngliche Planung zum Weihnachtsmarkt wurde verworfen, weil wir in der Kürze der Zeit zu wenig hätten umsetzen können.“

Warum es doch keinen Weihnachtsmarkt beim The Benedict in Trier gibt

Überwintert im Hotel Römischer Kaiser: Restaurant The Benedict.
Überwintert im Hotel Römischer Kaiser: Restaurant The Benedict. Foto: Roland Morgen

Zudem würde das Personal dringend in seinem Hotel Römischer Kaiser gebraucht, wo das vom Berliner Starkoch Björn Swanson (38) betriebene Restaurant sozusagen „überwintert“. Dieses Indoor-Konzept, das den bisherigen Restaurant-Betrieb des Drei-Sterne-Hotels nahe der Porta Nigra ersetzt, sei „außerordentlich gut eingeschlagen“, betont der 55-Jährige aus der Trierer Unternehmerfamilie Friedrich; „Die Kapazitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mehr als ausgeschöpft.“

So habe Swansons Team nicht nur das Gastspiel im Römischen Kaiser organisiert, sondern auch Firmenevents und Weihnachtsfeiern vieler Trierer Unternehmen organisiert: „Wir sind offen gestanden überrascht von diesem großen Zuspruch.“

Dabei kocht der Chef auch selbst. Friedrich; „Björn Swanson ist im Schnitt alle drei Wochen für zwei bis drei Tage vor Ort.“ Sehr zur Freude auch seines Trierer Freundes und Partners: „Alles wird moderner, nachhaltiger und einfach besser. Das imponiert mir sehr. Swanson und seine Leute machen das echt gut“, findet Friedrich.

 Berliner Starkoch mit künftig zwei Gastro-Standbeinen in Trier: Neben dem Gartenrestaurant The Benedict will Björn Swanson im Römischen Kaiser sein Jord-Konzept etablieren.
Berliner Starkoch mit künftig zwei Gastro-Standbeinen in Trier: Neben dem Gartenrestaurant The Benedict will Björn Swanson im Römischen Kaiser sein Jord-Konzept etablieren. Foto: Roland Morgen

Was für 2023 beim The Benedict geplant ist

So solle es auch nach dem Umzug von The Benedict zu Beginn der Freiluftsaison 2023 zurück in den Garten des Stadthofs Fetzenreich weitergehen. Ab dann werde der Berliner in Trier auf zwei Hochzeiten tanzen. Im Römischen Kaiser werde Swanson dann sein aus der Hauptstadt bekanntes „Jord“-Konzept etablieren, das eine „Neuinterpretation des Abendbrots mit typischen Klassikern wie einem richtigen Wiener Schnitzel und anderen Leckereien verbindet“. Die vertraglichen Vereinbarungen dazu sind laut Friedrich bereits getroffen.

The Benedict – im Startjahr 2022 ein Mysterium, bei dem Ankündigungen und Realität oft diametral auseinander lagen. Das Freiluft-Restaurant ging im Juli an den Start – und musste gleich wieder schließen, weil keine Gaststättengenehmigung beantragt worden war. Dann durfte wochenlang kein Alkohol ausgeschenkt werden. Und bereits Mitte September wurde das Saisonende erklärt – wegen „schlechten Wetters“ (das nur von kurzer Dauer war). Dann ging es im Römischen Kaiser weiter, wo ungenannt bleibend wollende Gäste Friedrichs Aussagen gegenüber dem TV bestätigen und nach eigenem Bekunden „sehr zufrieden“ waren.

Aber nicht nur aus dem Weihnachtsmarkt wird nichts – auch der für „Anfang November“ angekündigte Beginn von Sanierung und Ausbau des Stadthofes Fetzenreich zum künftigen The Benedict-Domizil lässt weiter auf sich warten. Warum? „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagt Friedrich, „Wir sind noch in der Klärungsphase mit der Denkmalpflege. Ich schätze aber, dass es spätestens im Frühjahr losgeht. Also noch keine Zeit verloren.“ Die Investitionskosten („rund fünf Millionen Euro“) hat Markus Friedrich schon mal genannt. Einen Wunschtermin, an dem der Stadthof fertig sein soll, vorsichtigerweise noch nicht.