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Gastro-Kolumne: Christiane macht Mittag – im Daddys in der Trierer Neustraße

Gastro-Kolumne : Christiane macht Mittag – im Der Daddy in der Neustraße

Lässig, lässiger, Daddy: In dem Laden in der Neustraße gibt’s individuelle Burger, die direkt vor den Augen der Gäste zubereitet werden.

Manchmal schämt man sich ja für Dinge, die keine Millisekunde Scham verdient haben. Wie zum Beispiel noch nie bei McDonald’s gewesen zu sein. Nein, nein: natürlich war ich schon bei McDonald’s. Aber eben mit 9 Jahren zum ersten Mal. Es war in Hamburg. Ich war alleine zu Besuch bei Verwandten. Und alles in der großen Stadt war toller und moderner als in meinem kleinen Eifeldorf – was die beiden Cousins mir nur allzugerne unter die Nase rieben: „Waaaas? Du bist noch nie U-Bahn gefahren?“, „Waaaas? Bei euch gibt’s keinen Fischmarkt?“ So Sachen halt. Ein „Waaaas? Du warst noch nie bei McDonald’s?“ wollte ich mir ersparen. Stattdessen schwärmte ich in höchsten Tönen von dem – nicht existenten – McDonald’s in der nächsten Kleinstadt bei uns zu Hause.

Dann kam der Ferientag, an dem meine Tante mich durch die große Glastür mit dem goldenen M schob und ich ratlos vor der riesigen Anzeigentafel stand. „Willst du einen Hamburger?“, fragte Tante Anita. Ich nickte. „Mit Käse?“ Ich nickte. „Also einen Cheeseburger?“ Ich schüttelte den Kopf – und war entlarvt. Die Cousins feixten.

Beim Burgergrill Der Daddy, direkt am Beginn der Trierer Neustraße, ist alles so lässig, dass es keinen Moment des Unwohlseins gibt. Dafür sorgen auch die drei Männer hinter der riesigen Theke, die mit tättowierten Armen und lustigen Sprüchen auf den Lippen Hackfleisch-Pattys, Zwiebeln, Speck und fleischlose Frikadellenvarianten vor den Augen ihrer Gäste braten. Die freundlichen, und ebenfalls sehr lässigen Kellnerinnen nehmen sich – obwohl der Laden voll ist – Zeit für Erläuterungen der kleinen Besonderheiten der Karte, zum Beispiel, wie scharf die Sriracha-Sauce ist (sehr scharf!).

     Erdnussbutter, Speck und Preiselbeeren: Der PBJ-Burger im Daddys in der Trierer Neustraße.
Erdnussbutter, Speck und Preiselbeeren: Der PBJ-Burger im Daddys in der Trierer Neustraße. Foto: Christiane Wolff

Von mittwochs bis freitags gibt’s in dem rustikalen Laden den Lucky Lunch: einen klassisch belegten Burger samt Pommes und Limo für 10,90 Euro. Noch besser gefällt mir allerdings der PBJ-Burger mit Cheddar-Käse, Erdnussbutter, Speck, Jalapenos und Wildpreiselbeeren (8,50 Euro). Und weil gerade Fastenzeit ist, bestelle ich mir auch noch die Daddy’s Chips dazu: sehr leckere, etwa zwei Millimeter dicke, frittierte Kartoffelscheiben (3,90 Euro) und eine Zitronenlimonade (2,90 Euro).

Das Hackfleisch-Patty meines Burgers ist außen schön angebraten und innen rosa. Die Erdnussbutter klebt an den Zähnen, wie das echte Erdnussbutter nun mal tut, und vermischt sich wunderbar mit dem Geschmack des salzigen Bacons. Zusammen mit den reichlichen Wildpreiselbeeren vermengt sich alles zu einem cremig salzig-süßen Schmaus, man kann es nicht anders nennen.

Insgesamt stehen acht teils phantasievolle Fleisch-Burger auf der Daddy-Karte (von 6,90 bis 10,50 Euro) und drei vegetarische – zum Beispiel mit Avocado und Zwiebelmarmelade (11,50 Euro) dazu Pommes-Varianten, Saucen und ein Kinderburger. Salat-Liebhaber und Veganer sind hier also definitiv falsch. Alle anderen, die auf kernige Burger mit Fleisch aus der heimischen Metzgerei Martin stehen, sind in dem coolen, individuellen Familienbetrieb allerdings genau richtig.