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Gastro Kolumne: Christiane macht Mittag – im Weinhaus in der Brückenstraße

Kostenpflichtiger Inhalt: Gastro-Kolumne : Christiane macht Mittag – im Weinhaus in der Brückenstraße

Es gibt nur wenig, dass durch das Überbacken mit leckerem Käse schlechter wird. Außer knutschen vielleicht.

Als Kind erbte ich von meinen älteren Geschwistern nicht nur Kleider, sondern auch Möbel. Unter anderem einen Kleiderschrank, an dessen Tür ein Bravo-Starschnitt von Winnetou alias Pierre Brice klebte. Auf dem lebensgroßen Poster blickte der Apachen-Häuptling stolz in die Ferne, so, als könne ihm nichts etwas anhaben. Das fand ich toll.

Irgendwann, ich muss so elf oder zwölf Jahre alt gewesen sein, las ich selbst dann in der Bravo einen Bericht übers Abnehmen. Unter anderem stand da, im typischen Stil des Jugendmagazins, dass man durch leidenschaftliches Küssen so und so viele Kalorien pro Minute verbrennen könne. Fortan küsste ich jeden Abend vorm Schlafengehen Winnetou mit aller Leidenschaft, die mir dafür aufzubringen möglich war.

Wie lange ich wohl knutschen müsste, um den mit Käse überbackenen Gemüseauflauf im Weinhaus in der Brückenstraße wieder loszuwerden? In harter Währung kostet er 8,90 Euro.

Mit Käse überbackener Gemüseauflauf im Weinhaus in der Brückenstraße. Foto: Christiane Wolff

Von montags bis freitags bietet das gemütliche Restaurant vis-à-vis des Karl-Marx-Museums eine wechselnde Mittagskarte mit Hausmannskost. Neben meinem Auflauf zum Beispiel Schnitzel mit Rahmsauce, Bratkartoffeln und Salatbouquet (8,90 Euro), Rahmspinat mit Spiegelei und Kartoffelpüree (7,90 Euro) oder Erbseneintopf (6,90 Euro). Dazu gibt’s einen ausgesuchten Wein der Woche, diesmal einen trockenen Riesling vom Weingut Kesselstatt, 0,15 Liter für 4,60 Euro.

Mein Auflauf besteht hauptsächlich aus Erbsen und Möhren, dazu recht weiche Stücke von Blumenkohl, Kartoffeln und Zucchini. Der viele schmelzig-milde Käse macht die Sache schmackhaft und gefällig.

Bekannt ist das Weinhaus, das insbesondere am Wochenende abends oft voll besetzt ist, für seine Schnitzel-, Bratkartoffel- und Fischgerichte. Und natürlich für die riesige Auswahl an Weinen. Neben quasi allen bekannten Häusern der Region stehen auf der Karte auch etliche Weiße aus Baden, Franken und der Pfalz sowie Rote aus der ganzen Welt.

„Was gibt’s zu essen?“, fragt sich nicht nur unsere Redakteurin Christiane Wolff vor so mancher Mittagspause, sondern wohl auch Hunderte andere, die in Trier arbeiten. In unserer wöchentlichen Kolumne „Christiane macht Mittag“ testet sie sich durch das Angebot. Selbstverständlich ohne sich vorher in den Restaurants anzukündigen und auf eigene Rechnung.
Foto unten: Verona Kerl