Gastro-Kolumne Trier: Christiane macht Mittag, heute beim Curry Meister, Neustraße

Kostenpflichtiger Inhalt: Gastro-Kolumne : Christiane macht Mittag – beim Curry Meister in der Trierer Neustraße

Vom Straßensnack zum It-Imbiss: Die Currywurst hat Karriere gemacht, findet unsere Mittagskolumnistin – und deswegen darf die Wurst auch an dieser Stelle nicht mehr länger ignoriert werden.

Schon klar: Um auf die Idee zu kommen, eine Currywurst in der Mittagspause zu essen, braucht niemand diese Gastro-Kolumne. Ignorieren geht langfristig aber auch nicht. Denn immerhin gehört die Currywurst laut Dutzender Umfragen zu den beliebtesten Gerichten in deutschen Kantinen. Und niemand geringeres als Herbert Grönemeyer postulierte schon 1982 in einem Song: „Gehste inne Stadt, wat macht dich da satt, 'ne Currywurst.“

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Richtig weg war die Wurst seitdem nie. Vor schätzungsweise zwei Jahrzehnten kletterte sie die Karriereleiter allerdings rauf: Plötzlich gab’s auf chicen Hochzeiten nachts keine Käseplatte oder Mitternachtssuppe mehr, sondern Currywurst mit Pommes, selbstredend im Porzellanschälchen statt in schnöder Pappe. In Frankfurt war Anfang des Jahrtausends eine Wurstbude so beliebt, dass sogar Banker plötzlich Zeit hatten, Schlange zu stehen. Vor ein paar Jahren schon kam der Trend auch in Trier an.

„Gehste inne Stadt, wat macht dich da satt: ne Currywurst“: Hier die Variante des Curry Meisters in der Neustraße. Foto: Christiane Wolff

Im Curry Meister am Anfang der Neustraße kommt die Wurst von der prämierten Trierer Metzgerei Martin. Die obligatorischen Pommes dazu haben laut Speisekarte nie eine Tiefkühltruhe gesehen und werden aus ganzen Kartoffeln geschnitten. Wie zum Beweis ist an den Enden der langen Stäbchen tatsächlich noch die Kartoffelschale dran. Ansonsten schmecken die „Hausfritten“ (3,50 Euro) so lecker, wie Pommes es eben sollten: außen knusprig und salzig, innen heiß und weich. Bei der „Currywurst Kombi“ gibt’s für 7,30 Euro eine 140-Gramm-Rostbratwurst samt Hausfritten, Mayo und entweder hausgemachter würzig-süßer oder pikanter Currysauce. Die Wurst ist schön gebräunt, aber weich, die Mayo sämig und auch an der Menge der pikanten Ketchupsauce wurde nicht gegeizt.

Der Curry Meister ist allerdings mehr als ein Wust-Imbiss: Man sitzt auf hübschen, superbequemen Ledersesseln, an den Wänden hängt Pop-Art, alles ist durchgestylt und auf der Karte stehen zum Beispiel auch hausgemachte Serviettenknödel mit Schmorgemüse (7,90 Euro) oder Steaks (14,90 Euro). Außerdem rühmt sich der Curry Meister damit, als erster in Trier den kanadischen Fastfood-Hit Poutine anzubieten: Pommes, die – klassisch – mit Käsestückchen und Bratensauce serviert werden oder alternativ mit Rindergulasch, Rinderhack, Gemüse oder Champignon-Rahmsauce (6,40 bis 6,90 Euro).

Mit seiner Masse an Fett, Kohlehydraten und dem Zucker aus meiner Maracuja-Ingwer-Limo lässt mich Deutschlands beliebtester Mittagspausenimbiss etwas schlapp zurück an meinen Schreibtisch kehren. Aber was tut man nicht alles für diese Kolumne.