Gastro-Szene Trier: Abschied vom Handelshof und der Petrusbräu-Gaststätte

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Neues aus der Trierer  Gastro-Szene: Die Betreiber bekannter Lokale verfolgen künftig andere Pläne. Und ein alter Bekannter hat sich still und leise in den Ruhestand begeben.

Handelshof u n d City-Hotel gleichzeitig – das ist Richard „Rick“ Illien (68) und seine Frau Marlies (67) dann doch zu viel geworden. Deshalb ist für sie Mitte des Monats Schluss mit dem Handelshof. 2010 hatten die vormaligen Betreiber des Restaurants Casa verde im Stadtteil Ruwer das traditionsreiche Hotel-Restaurant in der Lorenz-Kellner-Straße übernommen und vor einem Jahr mit der Übernahme des Hotels Haag am Stockplatz ein zweites Großprojekt gestartet.

„Beides parallel zu machen hat sich in der Praxis als sehr schwierig erwiesen“, resümiert Rick Illien. In den vergangenen Monaten sei in der Familie die Erkenntnis gereift: „Wir wollen kein Restaurant mehr betreiben.“ Hauptgrund: „Große Personalprobleme. Es will doch kaum noch jemand im Service oder in der Küche arbeiten.“ Jetzt mit dem Auslaufen des Pachtvertrags aus dem Handelshof auszusteigen, sei deshalb „wie eine Befreiung“.

Das City Hotel, in dem auch Tochter Linda Illien (29) mitarbeitet, ist ein Hotel garni, das lediglich Frühstück anbietet – und bestens laufe. „Ein Glücksgriff für uns“, sagen die Illiens. Hans-Peter Haag (82), der nach fast 50 Jahren den Hoteliers-Job altersbedingt an den Nagel gehängt hat, zeigt sich froh, „gute Nachfolger“ für das in den vergangenen Monaten kräftig modernisierte 13-Zimmer-Haus gefunden zu haben.

Das City-Hotel-Management  sei, so sagt Rick Illien, „vornehmlich Sache der Frauen in der Familie“. Er selbst will sich schwerpunktmäßig seinem anderen Standbein widmen: „Für die Gastronomie im Theater bleiben wir selbstverständlich weiterhin zuständig.“

Und wie geht es mit dem Handelshof weiter? „Restaurant und Hotel werde ich zunächst einmal selbst weiterführen“, kündigt Stratos Mitrolidis (64) an. Dem 1995 nach Trier gekommenen Griechen, der in seiner Wahlheimat zeitweilig fünf Lokale gleichzeitig betrieben hat (unter anderem Delphi und Poseidon), gehört der Handelshof seit 20 Jahren. Der Betrieb in Eigenregie soll nur eine Übergangslösung sein, „bis ich den Richtigen gefunden habe, der weitermacht“.

Schließt zum Jahresende: die Petrusbräu-Gaststätte am Irminenfreihof. Die derzeitigen Betreiber verabschieden sich mit einer Silvesterfete. Foto: Roland Morgen

Derweil rückt für das Petrusbräu (Ecke Kalenfelsstaße/Irminenfreihof) das letzte Stündlein näher. „Es bleibt dabei: Wir steigen mit Auslaufen des Pachtvertrages Ende des Jahres dort aus“, bestätigt Bastian Resch. Der 40-Jährige ist Sprecher des Sextetts, das auch die gleichnamige Privatbrauerei in der nahegelegenen Windmühlenstraße betreibt. Die werde es, wie angekündigt, weiterhin geben, aber eine eigene Gaststätte wohl nicht mehr. Die Suche nach einem geeigneten Objekt, zu dem auch wie gehabt ein Biergarten gehören sollte, sei erfolglos geblieben. Was laut Resch „aber auch kein Beinbruch ist. Unser Petrusbräu ist auch so heiß begehrt.“ Vom Zapfhahn verabschieden will sich das Petrusbräu-Team mit einer großen Silvesterfete. Wer mitfeiern will: Rest-Tickets (49 Euro) gibt es in der Kneipe und in der Brauerei.

Foto: Roland Morgen

Was anschließend aus dem 1904 eröffneten Lokal wird, das in jüngerer Zeit das Mephisto, Cuba Viejo und Delicia beherbergte, ist zunächst unbekannt. Immobilienbesitzer Edgar Meyer (80) war in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen. Im Sommer hatte er angekündigt, einen neuen Pächter zu suchen und sich optimistisch gezeigt, dass der Gaststättenbetrieb ohne längere Pause weitergehen werde.

Bernhard „Pello“ Bender. Foto: Roland Morgen. Foto: Roland Morgen

Still und heimlich in den Ruhestand verabschiedet hat sich Bernhard „Pello“ Bender. Der 60-Jährige, vielen bekannt als Gitarrist der Trierer Band Lusthansa, machte sich auch in der Gastro-Szene einen Namen. Café Cha-Cha, Hotel Rizz, Havanna und 24 Jahre Pizza-Hut-Restaurantleiter – dann gründete er 2012 die „Pizzamanufaktur Pellolitto“ (früher Stern-, heute Stockstraße), der Clou seines Berufslebens. Damit ist nun Schluss: Nach langer Krankheit verkaufte Bender das überregional geschätzte und preisgekrönte Pellolitto-Konzept. „Den Laden gibt es weiterhin, nur ohne Pello.“ Neuer Inhaber ist Fatmir Salihu (37), der auch das Hotel-Restaurant Frankenturm betreibt.

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