GASTRONOMIE

Zum Bericht "Wer hat die beste Weinkarte?" (TV vom 22. Juni):

Meinung

Alles zum Wohl der Gäste
Der Autor hat wohl die Historie des "Besten Schoppens" nur mangelhaft recherchiert und sehr oberflächlich wiedergegeben. Jedenfalls ergibt der Artikel für den unbedarften Leser ein etwas schiefes Bild von der Entstehung und Philosophie des Wettbewerbs. Es wird so dargestellt, dass die Weinwirtschaft uns Gastronomen anspornen will, bessere Weine anzubieten. Dies stimmt so nicht: In den 1980/90er Jahren war die Kommunikation zwischen Winzerschaft und Gastronomie eher negativ, der Qualitätssinn der Gastronomen beim Weineinkauf nicht ausreichend ausgeprägt. Die Qualität der uns angebotenen Weine entsprach oft nicht der Erwartungshaltung des Verbrauchers. "Der Erstkontakt zum Wein erfolgt für den Gast in der Regel in der Gastronomie beim offenen Ausschankwein. Dieses Erlebnis muss positiv verlaufen, damit der Gast vom gelegentlichen Weintrinker zum Weinliebhaber wird." Diese Erkenntnis und die Erwartungshaltung des Gastes hat der Hotel- und Gaststättenverband sich zu eigen gemacht und mit Partnern aus Weinbau und Handel einen Wettbewerb ins Leben gerufen, um die Qualität der Ausschankweine zu verbessern. Nicht die Weinwirtschaft, sondern die Gastronomie der Mosel hat diesen Wettbewerb kreiert. Die Gastronomie geht mit ihren Ausschankweinen zu diesem Wettbewerb ins Rennen. Wenn nicht die Gastronomen mit ihren Gästen und die Weinproduzenten die Profiverkoster sind, welche Profis sollten sonst die Weine objektiv bewerten? Die Entwicklung des Wettbewerbes hat Gastronomen und Winzer besser miteinander ins Gespräch gebracht. Es sind langjährige Partnerschaften mit vielen gemeinsamen Aktivitäten entstanden. Die hohe Beteiligung der gastronomischen Betriebe mit der Akzeptanz des Wettbewerbs sowie die hohe Anzahl der ausgezeichneten Weine bestätigen den Erfolg und zeigen, dass die beabsichtigte Qualitätsorientierung bei der Gastronomie und den Weinproduzenten angekommen ist. Gastronomie und Winzerschaft ziehen an einem Strang, in die gleiche Richtung. Und das zum Wohl unserer Gäste. Dieter Kettermann, Bernkastel-Kues, Gastronom