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Gebürtiger Algerier findet seine Wurzeln in Föhren.

Geschichte : Besuch in der Heimat der Vorfahren

Der gebürtige Algerier Serge Haubrich kommt auf Spurensuche nach Föhren. Am Samstag gibt es Fachvorträge.

Damit hatte Serge Haubrich nicht gerechnet: Er, in Algerien geboren und aufgewachsen und mit 18 Jahren wieder aus dem nordafrikanischen Land vertrieben, stammt aus Föhren (Landkreis Trier-Saarburg).

Der ehemalige Sportlehrer lebt heute im französischen Grenoble. „Wo komme ich her?” Diese Frage beschäftigte ihn. Eine befreundete Historikerin recherchierte und fand heraus, dass die Haubrichs nicht wie angenommen aus dem Elsass, sondern aus einem Dorf bei Trier stammen.
Ende Juli vergangenen Jahres erhielt Rosi Radant, Ortsbürgermeisterin von Föhren, einen Brief, adressiert an: „Herr Burgermeister, Rathaus - Fohren, Rheinland-Palatinat, 54343 Fohren.” Darin schilderte François Nief, er recherchiere die Familiengeschichte seines Freundes, im Internet sei er auf das Buch „Verlassene Heimat Mosel” der Autorin Monika Traut-Bonato gestoßen.

In ihrem Buch schildert die Hetzerather Historikerin, dass nicht alle Auswanderer Mitte des 19. Jahrhunderts ihr eigentliches Reiseziel Brasilien erreicht haben. Auch Serge Haubrichs Familie gehört zu denjenigen aus der Region Trier, die monatelang in Dünkirchen (Nordfrankreich) unter elendigen Bedingungen ausharren mussten, um mit einem Schiff weiterfahren zu können, und dann ungewollt in Algerien landeten – ihre neue Heimat. Nief bat die Ortsbürgermeisterin, einen Kontakt zu Traut-Bonato herzustellen.
Vor zwei Monaten hat Nief Föhren und Traut-Bonato besucht und erzählt, die Vorfahren Haubrichs hätten immer wieder von Fohren gesprochen, aber niemand habe gewusst, wo das Dorf liege.
Am Samstag, 27. April, wird auch Serge Haubrich nach 173 Jahren dorthin zurückkehren, von wo seine Vorfahren 1846 aufgebrochen waren.
Die Ortsgemeinde Föhren, der Arbeitskreis Geschichte und das
Partnerschaftskomitee laden alle Nachkommen der Familie Haubrich aus Föhren sowie die Familien Tonner, Schabo, Heinzenburger und Elsen ab 14 Uhr  in den Klostersaal im Bürger-und Vereinshaus ein. Interessierte sind ebenfalls willkommen. Die Veranstaltung mit Fachvorträgen über die Algerien-Auswanderung, Berichten und Fotos vom Leben in Algerien, sowie ein Austausch mit den französischen Gästen (Dolmetscher vorhanden) beginnt um 14 Uhr.