Gefährliche Lücken

Die Kreisverwaltung Trier-Saarburg will mit einer neuen Struktur ins nächste Jahr starten. Das Jugendamt wird umgebaut und der jugendärztliche Dienst beim Gesundheitsamt neu organisiert, um Familien in sozialen Brennpunkten besser erreichen zu können.

Trier. 2008 tut sich was am Willy-Brandt-Platz. "Um die Schlagkraft und die Wirtschaftlichkeit des Jugendamtes zu stärken und die Jugendhilfe weiterzuentwickeln, werden drei Ämter zusammengelegt", kündigt Landrat Günther Schartz (CDU) an. Das daraus entstehende neue Jugendamt, die offizielle Bezeichnung lautet "Jugend, Familie, Sport", wird in die vier Referate Hilfen zur Erziehung, Jugendpflege und Sport, Kindertagesstätten und Kindertagespflege sowie Wirtschaftliche Hilfen gegliedert.Die zweite und wesentlich weiter greifende Änderung ist eine komplette Umstrukturierung des jugendärztlichen Dienstes beim Gesundheitsamt. "Wir wollen besondere Angebote in benachteiligten Wohngebieten einführen", so Schartz. "Dazu gehören Beratungs-, Untersuchungs- und Impfangebote für Familien mit Kindern." Basis dieser Angebote sollen die Kindertagesstätten und kinderbetreuenden Einrichtungen sein. Damit sagt der Kreis den Impflücken und nicht wahrgenommenen Vorsorge-Untersuchungen den Kampf an.Kreis meldet alarmierende Zahlen

Denn diese Angebote sollen besonders in Wohngebieten greifen, in denen bei der Kontrolle der Vorsorgehefte im Rahmen der Einschulung deutliche Defizite aufgetaucht sind. Die Zahlen sind laut Mitteilung der Kreisverwaltung alarmierend: 35 Prozent der Eltern in der Stadt Trier und 20 Prozent der Eltern im Landkreis nehmen in diesen Gebieten die Vorsorgeuntersuchung zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat nicht mehr war. Bei der nächsten Untersuchung zwischen dem 43. und 48. Monat liegen diese Quoten schon bei 43 Prozent (Trier) und 25 Prozent (Kreis)."Beim gleichen Personenkreis finden sich erhebliche Impflücken", meldet der Landrat. Zusammen mit den niedergelassenen Ärzten soll der jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamts dazu beitragen, präventiv die Situation der Kinder zu verbessern. "Das Angebot in den sozialen Brennpunkten soll möglichst viele Kinder und Eltern erreichen", betont Schartz. Die Mitarbeiter der kinderbetreuenden Einrichtungen sollen sensibilisiert und ermutigt werden, in Zusammenarbeit mit dem jugendärztlichen Dienst Auffälligkeiten zu erkennen, zu melden und in Kooperation mit dem Gesundheits- und Jugendamt weiter zu betreuen.Um diese Umstrukturierung zu optimieren, sollen die Einschulungsuntersuchungen nicht mehr in allen Verbandsgemeinden vor Ort, sondern in den Räumen des Gesundheitsamts in Trier durchgeführt werden. Gebäudemanagement Die Zusammenführung des Grundstücks- und Gebäudemanagements gehört ebenfalls zu den Umstrukturierungen in der Kreisverwaltung. Das neue Zentrale Grundstücks- und Gebäudemanagement (ZGGM) wird personell verstärkt und in der Ostallee 71 untergebracht. Das ZGGM ist zuständig für die Bewirtschaftung aller Gebäude und Grundstücke des Kreises. Zum größten Teil handelt es sich um Schulen, darunter das Balthasar-Neumann-Technikum Trier. Das ZGGM übernimmt alle Aufgaben von Bauunterhaltung und Bewirtschaftung über Reinigung und Pflege bis zur Bearbeitung der Versicherungs-Angelegenheiten. Die Leitung des Zentralen Grundstücks- und Gebäudemanagements übernimmt Roland Eiden.