Gefährlicher Vandalismus

FELL. Reparaturen helfen wenig: Entlang des Grubenwanderwegs in Fell werden immer wieder die Gitter verschlossener Stolleneingänge aufgebrochen. Dabei ist das Betreten der Gruben nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich.

Erst beim Blick in den etwas versteckt gelegenen Stolleneingang fällt das beschädigte Gitter auf. Eine mit Metallsäge durchtrennte Strebe fehlt im oberen Drittel des Schutzgitters. Der Stolleneingang der stillgelegten Schiefergrube Vogelsberg I liegt nur rund 150 Meter von der Grube Barbara-Hoffnung des Besucherbergwerks Fell entfernt. Lebensgefahr auch für Fledermäuse

Immer wieder werden die Gitter der verschlossenen Stolleneingänge entlang des Grubenwanderwegs im Nosserntal aufgebrochen. Reparaturen nützen nur wenig: Trotz wiederholter Instandsetzungen der Gitter beschädigen Unbekannte sie immer wieder. Die Stolleneingänge liegen weit außerhalb des Ortes. So besteht nur eine geringe Chance, die Täter zu erwischen. Theophil Schweicher, Betriebsleiter des Besucherbergwerks Fell, erklärt, es sei vom Bergrecht her strengstens verboten, die stillgelegten Stollen zu betreten. Steinschlag und mögliche Stürze in Schächte bedeuteten Lebensgefahr. Schweicher versteht nicht, wieso die Gitter aufgesägt werden, da entlang des Grubenwegs auch offene Stolleneingänge zu sehen sind. Ausdrücklich weist er jedoch darauf hin, dass man diese offenen Stollen ebenfalls nicht betreten darf. Die Gitter schützen die in den Stollen überwinternden Fledermäuse. "Werden die Tiere beim Winterschlaf gestört und wachen auf, verhungern sie und sterben", sagt Schweicher. In dem aufgebrochenen Stollen der Schiefergrube Vogelsberg I gebe es fast nur niedrige Gänge und nichts Bedeutendes zu sehen. Wer interessante Räume und Exponate unter Tage sehen wolle, solle an einer Führung im Besucherbergwerk teilnehmen, statt Gitter aufzusägen.