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Gefängnisstrafe nach überraschendem Geständnis im Prozess um Schüsse in Osburg

Urteil in Trier : Gefängnisstrafe nach überraschendem Geständnis im Prozess um Schüsse in Osburg (Update)

Mit einem überraschenden Geständnis des Angeklagten ist der Prozesstag vor dem Trierer Landgericht gestartet. Es ging um den mutmaßlichen Mordversuch im Hochwaldort Osburg. Nun wurde das Urteil gesprochen.

Weil er mit einer Schrotflinte in ein Zimmer geschossen hat, in dem sein ehemaliger Kumpel schlief, hat das Trierer Landgericht einen 55-jährigen Mann aus dem Hochwaldort Osburg am Donnerstag zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt.

Zuvor hatte der Angeklagte am siebten Prozesstag ein überraschendes Geständnis abgelegt. Er habe seinem ehemaligen Kumpel aber nur einen Denkzettel verpassen und ihn nicht verletzen wollen, sagte der Angeklagte laut einer von seinem Verteidiger Andreas Ammer verlesenen Erklärung. Der wegen Gewalt- und Drogendelikten vorbestrafte 55-jährige Frührentner soll laut der Anklageschrift vor zwei Jahren versucht haben, heimtückisch seinen Kumpel und ehemaligen Arbeitskollegen zu töten. Hintergrund der Attacke war angeblich ein Streit um Geld.

An einem der vorausgegangenen Verhandlungstage hatte ein Kronzeuge seinen ehemals besten Freund schwer belastet. Er habe ihm gegenüber die Tat gestanden, sagte der Zeuge. Die 48-jährige Ehefrau hatte ihrem Mann dagegen ein Alibi gegeben: „Er hat unser Haus in der Nacht nicht verlassen.“ Auch der Angeklagte hatte die Tat in der Vergangenheit bestritten. Die Ehefrau räumte am Donnerstag ein, bei ihrer Zeugenaussage gelogen zu haben.

Den Vorwurf des Mordversuchs ließ Staatsanwalt Benjamin Gehlen am Donnerstag fallen. Er forderte eine Verurteilung des 55-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Gehlen plädierte für eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Der Verteidiger des Angeklagten, Andreas Ammer, war der Ansicht, dass sein Mandant nicht wegen Körperverletzung verurteilt werden könne, nur wegen Sachbeschädigung und Waffendelikten. Ammer plädierte für eine Haftstrafe unter zwei Jahren. Der Angeklagte sitzt seit März in Untersuchungshaft.