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Gefahr durch gefällte Pappeln

Gefahr durch gefällte Pappeln

Schön sieht er nicht aus, aber er war offenbar nötig: Der Kahlschlag auf dem rechten Kyll-Ufer am 12. und 13. März. Die alten Pappeln boten ein Bruchrisiko. Nicht weniger riskant sind jedoch die gefällten Stämme. Sie lagern frei zugänglich am Radweg.

Trier-Ehrang. (gsb) "Lebensgefahr" - "Besteigen verboten" - "kein Spielplatz": Wer dies in grüner Farbe auf die gefällten Bäume gesprüht hat, wusste, warum. Die mächtigen Baumstämme sind geradezu eine Einladungskarte an Kinder, auf ihnen herumzuklettern. "Lebensgefährlich" sagt auch Fischereiaufseher Guido Eberhardt, "wenn die Stämme in Bewegung geraten, ist man weg." Seit zehn Tagen lagert das Holz direkt am Kyll-Ufer, wo der stark frequentierte Moselradweg vorbeiführt.

Hohes Bruchrisiko durch fortgeschrittenes Alter



Warum die Maßnahme notwendig wurde und wer sie angeregt hatte, darüber herrschte in der letzten Ortsbeiratssitzung Rätselraten. Weder die Struktur- und Genehmigungsdirektion noch der Landesbetrieb Mobilität, so die vermuteten "Täter", waren verantwortlich. "Keine Ahnung, wir waren es nicht!", lautete es übereinstimmend.

Im Rahmen von Amtshilfe hatte das Forstrevier Weißhaus auf Anfrage des Amtes für Bodenmanagement und Geoinformation den Kahlschlag vollzogen. "Ein enorm hohes Bruchrisiko" bescheinigt Revierförsterin Kerstin Schmitt den Bäumen, die im fortgeschrittenen Alter ihre eigene Last nicht mehr tragen könnten. In der Tat landeten in den letzten Jahren immer wieder abgebrochene Äste auf dem Radweg.

Dass die Pappelfällungen schon in die Vegetations- und Nistzeit fallen, habe ihr selbst nicht gefallen, sagt Schmitt. Eigentlich seien sie im Februar vorgesehen gewesen, verschoben sich dann aus verschiedenen Gründen. In Anbetracht des stark benutzten Radwegs wurde dann die Entscheidung getroffen, "das kleinere Übel zu wählen" und noch im März zu fällen. Das vermarktende Forstamt Trier habe sich bemüht, einen Kunden zu finden, der möglichst schnell die 187 Kubikmeter Holz abtransportiert, berichtet Schmitt. Anvisiert seien die nächsten zwei Wochen. Nach Schmitts Aussage hat das Amt für Bodenmanagement Mittel für ökologische Ausgleichsmaßnahmen bereitgestellt. Wenn alles abgeräumt ist, werde man entscheiden, ob sich die Natur an der Kyll wieder selbst entfalten kann oder ob dort oder an anderer Stelle neue Pflanzen gesetzt werden.