Gefahrenstelle bei Trier-Ehrang: Ruf nach Kreisel wird immer lauter

Gefahrenstelle bei Trier-Ehrang: Ruf nach Kreisel wird immer lauter

Verkehrskreisel bieten gegenüber normalen Kreuzungen eine größere Verkehrssicherheit. Diese Sicherheit wünschen sich viele Verkehrsteilnehmer, die an der sogenannten Comes-Kreuzung auf die B 53 Richtung Schweich einbiegen wollen. Der Landesbetrieb Mobilität erklärt nun, wie er die Chancen für einen Kreisel sieht.

Trier-Ehrang/Kordel. Wenn jemand Angst hat, eine Straße zu benutzen, muss wohl etwas im Argen liegen. Die Einmündung der B 422 in die B 53 zwischen Trier-Ehrang und Quint ist nach Auskunft vieler Ortskundiger eine solche Stelle, die Angst macht. Das ist jedenfalls immer wieder zu hören, wenn man mit Bürgern aus dem Trierer Stadtteil oder aus Kordel oder der Fidei spricht.

Das sagt der Verkehrsexperte und Straßennutzer: Willi Lanser ist Straßenbauingenieur. Unter anderem war er 14 Jahre in der Region tätig. Inzwischen ist er im Ruhestand und lebt in Kordel. Er sagt: "Gleich aus mehreren Gründen ist die Einmündung in die B 53 gefährlich." Linksabbieger aus Ehrang müssten beispielsweise gerade in den Stoßzeiten lange warten, um nach links Richtung Schweich einbiegen zu können. Das führe immer wieder zu brenzligen Situationen auch für Verkehrsteilnehmer, die auf der Straße zwischen Schweich und Trier unterwegs sind. Vor diesem Hintergrund seien die Aussagen der Polizei Schweich nicht nachvollziehbar.

Verkehrssicherheitsberaterin Andrea Raach-Pütsch hat auf TV-Anfrage erklärt, dass ein Verkehrskreisel nicht sinnvoll sei. Denn die meisten Unfälle seien geschehen, als Verkehrsteilnehmer aus Richtung Trier kamen und nach links in Richtung Quint abbiegen wollten. Dabei hätten sie den Verkehr aus Richtung Schweich nicht beachtet. "Genau dieses Linksabbiegen würde ein Kreisel verhindern", sagt Lanser. Denn dort kann man immer nur nach rechts abbiegen. "Außerdem sorgt ein Kreisel dafür, dass langsamer gefahren wird", sagt er. Nach seiner Einschätzung sind nämlich trotz Tempolimits dort zu viele zu schnell unterwegs.

Das sagt der Ehranger Ortsvorsteher: Mehrere Bürger haben sich inzwischen bei Ortsvorsteher Thiébaut Puel gemeldet. Es sei dabei überwiegend um Lärm gegangen, der durch die dauernde Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit entstehe. Zudem seien diese "Geschwindigkeitsüberschreitungen häufig die Ursache für viele Unfälle an der Kreuzung".Thema für Ortsbeirat



Puel hat sich inzwischen in einem Schreiben an die Stadt Trier und den Landesbetrieb Mobilität gewandt und will auch im Ortsbeirat über das Thema sprechen. Im Brief fordert er "eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf 70 Kilometer pro Stunde auf der Strecke von Schweich kommend und vor der Kreuzung B 53/B 422. Das Tempolimit müsse zudem öfter kontrolliert werden.
An der Kreuzung selbst wünscht er sich Tempo 50.
Der Ehrang-Quinter Ortsvorsteher kann sich zudem den Bau einer Ampelanlage ähnlich wie an der Pfeiffersbrücke eine Begrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde vorstellen.

Das sagt der Landesbetrieb: Auch beim Landesbetrieb Mobilität macht man sich Gedanken über die Einmündung der B 422 in die B 53. Pressesprecher Hans-Michael Bartnick sagt, dass abbiegende Fahrer aus Ehrang das Ziel der heranfahrenden Fahrzeuge aus Richtung Schweich nur schwer erkennen können. Insbesondere dann, wenn ein Rechtseinbieger von Schweich nach Ehrang fahre, werde ein nachfolgendes Auto häufig verdeckt und so quasi übersehen. Bartnick: "Dem wollen wir dadurch entgegenwirken, dass der Rechtsabbieger früher auf die Abbiegespur auffahren kann und dadurch der nachfolgende Geradeausfahrer auch früher erkennbar ist." Damit folge seine Behörde auch der Empfehlung der Unfallkommission im Kreis Trier-Saarburg, die diese Stelle in Augenschein genommen hatte. Diese Abbiegespur wird vermutlich rund 150 000 Euro kosten.

Beim LBM hat man sich auch Gedanken darüber gemacht, ob möglicherweise eine Ampelanlage sinnvoll sein könnte. Die Straßenplaner gehen davon aus, dass Ampeln wegen der Platzverhältnisse die Leistungsfähigkeit der Einmündung verschlechtern würden. "Darüber hinaus sind Lichtsignalanlagen in aller Regel wirtschaftlich ungünstiger, weil sie hohe Baukosten und hohe laufende Kosten für Betrieb und Wartung verursachen."
Und ein Kreisel? Dazu sagt der LBM-Sprecher: Diese seien nur sinnvoll, wenn der Verkehr auf den jeweiligen Zufahrten etwas gleich stark sei. Im vorliegenden Fall seien auf der B 53 deutlich mehr LKW und Autos unterwegs als auf der Straße aus Richtung Ehrang/Quint. Ein Kreisel hätte zur Folge, dass Verkehrsteilnehmer auf der Verbindung zwischen Schweich und Trier mehr Zeit brauchen als bisher.

Zudem gibt es ein Platzproblem. Dazu sagt Hans-Michael Bartnick "Ein Kreisverkehrsplatz erfordert bei den vorliegenden Verkehrsstärken einen Durchmesser von mehr als 45 Metern." So viel Platz ist jedoch nicht vorhanden. Die notwendige Fläche lasse sich nur schaffen, wenn Gelände im Überschwemmungsgebiet der Mosel aufgeschüttet würde. Dies hätte ökologische Nachteile zur Folge, sagt Bartnick.Meinung

Eine Abbiegespur ist zu wenig
Die Idee des Landesbetriebs ist löblich, mit einer Abbiegespur die Einmündung der B 422 in die B 53 bei Ehrang entschärfen zu wollen. Doch das ist zu wenig. Ob das hilft, muss nämlich bezweifelt werden. Denn es hat wohl nicht mit der Sichtbarkeit der Fahrzeuge mit dem Ziel Trier zu tun, dass es dort so oft kracht. Mutmaßlich wird dort zu schnell gefahren. Mit oder ohne längere Abbiegespur. Und diese Spur wird nichts daran ändern, dass der Verkehr zwischen Schweich und Trier so stark zugenommen hat, dass die Einmündungssituation unzeitgemäß ist. Deshalb sollte das Thema Verkehrskreisel genauer geprüft werden. Zumal die Forderung nach einem 45-Meter-Durchmesser nicht entscheidend sein kann. So tut der B-51-Kreisel bei Möbel Martin in Konz mit 40 Metern Durchmesser auch seinen Dienst. h.jansen@volksfreund.de

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