Kommentar: Gefragt ist der Blick aufs Ganze

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Die Situation in Kürenz ist ein Dilemma. Erst wenn der Verkehr aus den Höhenstadtteilen über die neue Umfahrung Grüneberg fließt, wird sich die Situation in den engen Straßen des Stadtteils entspannen.

Bis es so weit ist, wird aber noch viel Zeit vergehen. Auch wenn sie im Zehn-Jahres-Plan der großen Verkehrsprojekte der Stadtverwaltung steht, ist kaum mit ihrer Realisierung in der nächsten Dekade zu rechnen.

So ist es notwendig und sinnvoll, bei den Planungen für das Walzwerk auch auf das umstrittene Projekt Nahversorgungszentrum zu blicken. Denn wenn Edeka aus Trier-Nord dorthin zieht und seine Fläche dabei vergrößert, wird das zweifellos mehr Autoverkehr anziehen. Die engen Straßen in Kürenz werden noch voller.

Vor allem im Gartenfeld waren die politischen Akteure – allen voran der damalige grüne Ortsvorsteher Dominik Heinrich – von Beginn an gegen den Bebauungsplan BK 24, weil der die bestehende Einzelhandelsstruktur gefährdet. Heinrichs ebenfalls grünem Nachfolger Michael Düro ist sein Widersacher Bernd Michels (CDU) abhanden gekommen, der überraschend sein Amt als Ortsvorsteher an Ole Seidel, ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen, abgeben musste. Nichts scheint nun unmöglich. Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat könnten dazu führen, dass der im Planungsprozess weit fortgeschrittene BK 24 noch einmal zur Diskussion gestellt wird. Investor ist hier wie im Walzwerk die Triwo-Unternehmensgruppe. Gefragt sind also Fingerspitzengefühl und der Blick auf die großen Zusammenhänge.

r.neubert@volksfreund.de

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