Gegen Armut und Ausgrenzung

Zum Artikel "Soziale Integration bereitet Spaß" (TV vom 1./2. April):

Am 7. April war der Tag der älteren Generation. 2010 hat er eine besondere Bedeutung, da er im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung liegt. Da ist es sehr erfreulich, von den Aktionen der Lebenshilfe Trier zu erfahren. Denn Armut und Ausgrenzung gehen immer Arm in Arm, vielfach unbemerkt.

Die EU stellt fest, dass 17 Prozent der Europäer nicht genügend Mittel haben, um ihre grundlegenden Bedürfnisse erfüllen zu können, und das in einer der reichsten Gegenden der Welt.

Betroffen sind vor allem auch die älteren Generationen. Wenn im Armuts- und Reichtumsbericht der Landesregierung von Rheinland-Pfalz festgestellt wird, dass jeder siebte Rheinland-Pfälzer als armutsgefährdet gilt, so trifft die Schlagzeile "Armutsquote ist Armutszeugnis" voll zu.

Ohne die Zahlen aus dem Bericht zu wiederholen, kann festgestellt werden, dass die Altersarmut vorhanden ist, und das Risiko hierzu für die ständig wachsende Gruppe der Älteren sehr hoch ist.

Aktuell sind insbesondere betroffen etwa 75-jährige alleinstehende Frauen. Bei dieser Gruppe dürfte auch die soziale Ausgrenzung am höchsten sein. Sie scheuen sich, ihre soziale Lage kenntlich zu machen, leben zurückgezogen ohne Kontakt. Bei dieser Gruppe sind die vielen Seniorenorganisationen gefragt. Es genügt nicht, sie in Mitgliederlisten zu führen. Man muss mit ihnen persönlichen Kontakt suchen, um Hilfen auszuloten und zu leisten oder zu vermitteln, denn Angebote sind ausreichend vorhanden. Hier gilt: Ausgrenzung findet unbewusst statt.

Die EU fordert unter anderem, alle Teile der Gesellschaft dazu zu ermutigen, politisches Engagement zu zeigen im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung, auf europäischer wie lokaler Ebene. Menschen, die unter Armut und sozialer Ausgrenzung leiden, eine Stimme geben.

Hier ist die Aktion der Trierer Lebenshilfe vorbildlich und lobenswert.

Helmut Deininger, Trier

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