Gelbe Füße machen den Schulweg sicherer

Trittenheim · Die Ortsgemeinde Trittenheim hat eine schon länger geplante Idee umgesetzt. Kinder können nun entlang "gelber Füße" durch den Ort gehen, was ihren Fußweg sicherer macht. Bei der Umsetzung wirkte der Nachwuchs selbst entscheidend mit.

 Dank aufgemalter gelber Füße überqueren Zweit- und Drittklässler der Grundschule Trittenheim nun sicherer die Straßen der Gemeinde. Im Hintergrund links Schulleiterin Silke von Juterzenka. TV-Foto: Ursula Schmieder

Dank aufgemalter gelber Füße überqueren Zweit- und Drittklässler der Grundschule Trittenheim nun sicherer die Straßen der Gemeinde. Im Hintergrund links Schulleiterin Silke von Juterzenka. TV-Foto: Ursula Schmieder

Foto: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"

Trittenheim. Zebrastreifen wären an manchen Stellen sicher auch nicht schlecht. Doch die nun in Trittenheim aufgemalten "gelben Füße" erfüllen sogar noch besser ihren Zweck. Denn sie führen nicht nur an bestimmten Stellen über Straßen hinweg, sondern auch über Gehwege. "Damit Autofahrer auf uns achten und etwas langsamer fahren", erklärt Jule den Sinn und Zweck der Idee. Die Achtjährige ist Schülerin der örtlichen Grundschule und war wie ihre Mitschüler eingebunden bei der Realisierung.Kleine Städteplaner ganz groß


Mit ihren Lehrerinnen gingen sie die Fußwege aller Kinder ab, erzählt Maja (7). Danach malten sie einen Plan, wo gelbe Fußabdrücke über Bürgersteige und wo sie Straßen überqueren sollten.
Stolz zeigt Darian (9) eines der Blätter, auf dem er mit Bleistift sorgfältig Straßen einzeichnete und mit Filzstift gelbe Füße aufmalte. Besonders dringend erschien allen das für die Johannes-Trithemius-Straße, an der nicht nur die Schule, sondern auch der Kindergarten liegt. Doch nicht nur dort, sondern überall im Ort sollten gelbe Füße auf Kinder aufmerksam machen, erklärt Jeremy (9). Denn alle sollen von den sichereren Wegen profitieren - gleich, wo im Dorf sie wohnen. Die Nachwuchs-Städteplaner haben jedoch darauf geachtet, keinen Wirrwarr zu verursachen. "Wenn überall gelbe Füße sind, achten die Autofahrer nicht mehr darauf", erklärt Josephine (8).
Außerdem könnten sie denken, "dass da Kinder gespielt und die Füße aufgemalt haben", nennt Helena (7) eine weitere wichtige Überlegung. Daher guckten sie sich laut Darian vor allem die "Stellen, wo es gefährlich ist" heraus, um Autofahrern zu signalisieren: "Aha, da gehen Schulkinder!"
Damit die Markierungen nicht für einen Kinderstreich gehalten werden, malte sie der Gemeindearbeiter, der auch Hausmeister der Schule ist, auf. Und zwar mit eigens dafür besorgten Schablonen und Sprühfarbe, berichtet Ortsbürgermeister Franz-Josef Bollig. Denn die Ortsgemeinde unterstützt die vor etwa einem Jahr angeregte Idee des Vereins der Freunde und Förderer der Johannes-Trithemius-Grundschule Trittenheim und von Lehrern. So verzichtete etwa der Ortsgemeinderat auf Sitzungsgeld, um die Aktion mitzufinanzieren. Ein wenig gedulden mussten sich die Initiatoren nur wegen der umfangreichen Straßenbauarbeiten, die erst komplett abgeschlossen sein mussten. Dem diese Woche realisierten Projekt wird laut Schulleiterin Silke von Juterzenka schon bald ein zweites folgen: die Umgestaltung des Schulhofs.
Er soll neue Spielgeräte erhalten und anders bemalt werden, wobei wiederum die Vorstellungen der Kinder miteinbezogen würden, wie sie sich freut.

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