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Geld für Straßen, Baugebiet und Bürgerhaus

 Für ihr marodes Bürgerhaus aus den 1960er Jahren brauchen die Gusterather dringend Ersatz. TV-Foto: Friedemann Vetter
Für ihr marodes Bürgerhaus aus den 1960er Jahren brauchen die Gusterather dringend Ersatz. TV-Foto: Friedemann Vetter
Gusterath. Mehrere Millionen Euro gibt die Ortsgemeinde Gusterath 2013 für ein neues Bürgerhaus, einen Kitaanbau und die Erschließung des Baugebiets Ringstraße aus. Dank der erwarteten Einnahmen aus einem Grundstücksverkauf und einer Erhöhung der Grundsteuer kann sie dennoch einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.

Gusterath. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht - sogar bis an die Schmerzgrenze" - so kommentierte der Gusterather Ortsbürgermeister Alfred Bläser die finanziellen Anstrengungen der Ortsgemeinde, die sich im Haushaltsplan 2013 wiederspigeln. Der Ortsgemeinderat hat den Haushalt einstimmig verabschiedet.
"Wir haben alles unternommen, was wir machen konnten", um Einnahmen zu steigern, urteilte Bläser. Als Beispiele nannte er die Pacht für ein Windrad auf Gemeindegrund und die für 2013 beschlossenen Steuererhöhungen. Weil die Hebesätze der Grundsteuern auf 400 Prozent und der Gewerbesteuersatz auf 380 Prozent angehoben wurden, haben die Gusterather 2013 etwa 30 500 Euro mehr in der Gemeindekasse. Das ist auch ein Grund, warum trotz zahlreicher geplanter Investitionen der Finanzhaushalt zum Jahresende ausgeglichen sein wird. Dort wird ein Überschuss von 40 000 Euro erwartet. Im Ergebnishaushalt bleibt allerdings ein Defizit von etwa 46 000 Euro.
Bei ihren Investitionen werde sich die Ortsgemeinde "auf das Notwendigste" beschränken, sagte Bläser. So würden etwa die Ortsstraßen erst 2014 für 800 000 Euro saniert. Dennoch nimmt Gusterath laut Kay Hemgesberg von der VG-Verwaltung Ruwer 2013 Geld für "einige große Brocken" in die Hand: Teuerstes Projekt wird das neue Bürgerhaus inklusive Grundschul-Erweiterung. 2,6 Millionen Euro kostet der Neubau - 1,2 Millionen Euro übernimmt allerdings die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer als Schulträgerin. Zudem rechnen die Gusterather mit einem Landeszuschuss von 400 000 Euro, der aber noch nicht bewilligt ist.
730 000 Euro fließen in den nächsten zwei Jahren in den Kindergartenanbau und die Gestaltung des Außengeländes. Die Arbeiten sollen in der kommenden Woche beginnen. Zuweisungen gibt es von Land und Kreis, etwa 360 000 Euro. Investiert wird auch weiter kräftig in neuen Wohnraum. Der Endausbau im Baugebiet Langflur (siehe Extra) kostet etwa 350 000 Euro. Rund eine Million Euro erfordert die Erschließung des neuen Baugebiets Ringstraße I. Der Verkauf der 43 Grundstücke wird 2013 allerdings auch eine wichtige Einnahmequelle - und ist letztlich ausschlaggebend dafür, dass ein Investitionsüberschuss von etwa 967 000 Euro erreicht wird. Die Ortsgemeinde muss deshalb keine neuen Kredite aufnehmen und kann ihre Schulden bis Jahresende von 720 000 auf etwa 440 000 Euro zurückfahren.
Das bedeutet laut Hemgesberg eine Verschuldung pro Einwohner von 221 Euro. "Damit liegen wir im Gemeindevergleich im unteren Rahmen", stellte Wilfried Forster (FWG) fest. SPD-Fraktionschef Stefan Metzdorf bezeichnete es als "erfreulich, dass Gusterath trotz großer Investitionen einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann". cweb
Extra

Das Gusterather Baugebiet Langflur soll ab Mitte März fertig ausgebaut werden. Die Arbeiten starten in der Johann-Berens-Straße. Parallel dazu beginnt laut Ortsbürgermeister Alfred Bläser die Sanierung der Ringstraße zwischen der Kreuzung Am Sauerborn und der Kurve Richtung Ortskern. Der Ortschef kündigte "erhebliche Beeinträchtigungen" für die Bauzeit von etwa vier Monaten an. Die Ringstraße werde für den Verkehr gesperrt, die Buslinien müssten innerorts umgeleitet werden. Die Ortsgemeinde will außerdem zwei Geschwindigkeitsmessanlagen in der Ringstraße installieren. Sie sollen den vorbeifahrenden Autofahrern per Anzeige eines beleidigt dreinblickenden Gesichts anzeigen, dass sie zu schnell unterwegs sind. Stromanschlüsse für die Anlagen sollen während der Tiefbauarbeiten installiert werden. cweb