Geld gegen Gewalt und für Denkmäler

Geld gegen Gewalt und für Denkmäler

Erneut standen Zuschussanträge, aber auch die sanierungsbedürftige Kapelle auf dem Hauptfriedhof sowie der Trierer Migrationsbericht auf der Tagesordnung des Trier-Norder Ortsbeirats. Zum letzteren Thema wurde festgestellt, dass die Bevölkerung besser informiert werden müsse.

Trier-Nord. Das Stadtteilbudget für Trier-Nord nahm einen Großteil der mehr als dreistündigen Sitzung des Ortsbeirats im Café du Nord des Bürgerhauses in Anspruch. So möchte Stefan Mayer, Sprecher der Initiative Renaissance Nells Park, den Pantherpilz im Park vor dem Verfall retten. Acht Jahre ist es her, dass das farbenfrohe Fliesenmosaik-Kunstwerk im Rahmen eines LOS-Projekts von Jugendlichen geschaffen wurde, nun muss er dringend vor dem Verfall gerettet werden. Da ähnliche Projekte derzeit nicht machbar sind, erhält Mayer 1600 Euro vom Ortsbeirat, um den Pilz fachgerecht erneuern zu lassen.
Boxsäcke und Sommerfest


Ein medienpädagogisches Projekt zur Gewaltprävention des Jugendzentrums Exhaus wird vom Beirat mit 2870 Euro gefördert, unter anderem sollen Boxsäcke angeschafft werden. Für ein in Zurlauben geplantes Sommerfest am 22. und 23. August erhält Georgios Tsanis, Leiter der dortigen Jugendherberge, 1500 Euro. Das Geld soll für die Lichttechnik beim Fest verwendet werden.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Kapelle auf dem Hauptfriedhof, die starke Verfallserscheinungen aufweist (der TV berichtete) und die im Rahmen eines Projekts des Denkmalrettungsvereins Trier-Gesellschaft grundlegend erneuert wird. Der Ortsbeirat stimmte einer Vorlage zu, wonach die Stadt Trier, der die Kapelle gehört, 150 000 Euro von der Trier-Gesellschaft erhält. In der Summe enthalten sind 40 000 Euro der Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz und 20 000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Insgesamt soll die Sanierung 400 000 Euro kosten.
Auch ein Sachstandsbericht zum BID (Business Improvement District) Paulinstraße stand auf dem Programm. Aufgrund des kommenden Landesgesetzes über lokale Entwicklungs- und Aufwertungsprojekte (LEAPG), das BIDs neu regeln soll, ist der Vertrag von Projektleiterin Silke Steuer ausgelaufen. Wie der als Vertreter des Beigeordneten Thomas Egger erschienene Herbert Müller mitteilte, könne die Aufwertung der Paulinstraße - wie auch der Saar- und der Karl-Marx-Straße - möglicherweise an das laufende Projekt SEMI (Strategisches Entwicklungs- und Nutzungskonzept Innenstadt Trier 2025+) angebunden werden.
Zu später Stunde wurde im Beirat noch lebhaft über den Trierer Migrationsbericht diskutiert. Kritisiert wurde etwa die zentrale Unterbringung von Flüchtlingen, aber auch fehlende Informationen für den Ortsbeirat und die Anwohner. "Um mögliche Sorgen und Ängste der Anwohner zu erfahren, möchten wir kurzfristig zusammen mit Vertretern der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD und der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in den Pfarrsaal von St. Martin zu einer Infoveranstaltung einladen", kündigt Ortsvorsteher Christian Bösen an. DQ

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