Gelebter, tatkräftiger Glaube

Gelebter, tatkräftiger Glaube

Der Pastoraltheologe Isidor Baumgartner sprach im Trierer Robert-Schuman-Haus über den Wert der katholischen Kindertagesstätten.

Trier (red) Eine Fachtag der gemeinnützigen Trägergesellschaften katholischer Kindertageseinrichtungen des Bistums Trier mit Professor Isidor Baumgartner fand im Robert-Schuman-Haus statt.
Isidor Baumgartner ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie, Pastoralpsychologie und Caritaswissenschaften der Universität Passau. "Strukturveränderungen haben immer auch eine Veränderung der Haltungen und Konzepte der darin agierenden Menschen zur Folge."
Die Bistumssynode hat weitreichende Veränderungsprozesse in den pfarrgemeindlichen Strukturen zur Folge. Die "Pfarrei der Zukunft" wird von größeren pastoralen Räumen und individuellen Angeboten, die die vielfältige Lebensrealität der Menschen aufgreifen und unterschiedliche Glaubenszugänge ermöglichen werden, geprägt sein - so der Tenor des Vortrags.
Die katholischen Kindertageseinrichtungen verstehen sich seit je her als sehr spezifische Orte von Kirche mit offenen und niederschwelligen Zugängen zum Glauben. Sie bieten Kindern und damit Familien ein von gegenseitigem Vertrauen und Zutrauen geprägte Gemeinschaft an. In ihrem ganz eigenen, auf die Kinder und Familien ihres Sozialraums abgestimmten diakonisch-pastoralen Auftrag unterstützen und begleiten sie Familien nicht nur durch die Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags der Bildung, Erziehung und Betreuung.
Katholische Kindertageseinrichtungen erweitern diese Perspektive um den gelebten, tatkräftigen Glauben. Diese Profilierung der Einrichtungen und deren stetige Weiterentwicklung waren Thema des Fachtags "Katholische Kindertageseinrichtungen als Orte von Kirche".
Dass sich aktuell in der Überarbeitung befindliche Rahmenleitbild für katholische Kindertageseinrichtungen im Bistum Trier ist seit dem Jahr 2008 Referenzrahmen für die Qualität der Arbeit in den Kindertageseinrichtungen des Bistums.
Die dort geforderten Haltungen und die jeweils in den Kitas entwickelten Umsetzungen bilden die Grundlage für das Selbstverständnis der katholischen Kindertagesstätten als pastorale Orte. Aloys Perling, Pastoralreferent und Mitarbeiter der "Abteilung Kindertageseinrichtung und familienbezogene Dienste" im Bischöflichen Generalvikariat, welche die Veranstaltung organisiert hatte, kam zu dem Schluss, "dass die Weiterentwicklung der Kindertagesstätten als Ort von Kirche im Rahmen der durch die Synode geforderten Perspektivwechsel und Strukturveränderungen mit dem überarbeiteten Rahmenleitbild auch in Zukunft sichergestellt wird."
Baumgartner sprach von einer großen Chance für die Kindertageseinrichtungen, die durch den Wandel der Strukturen und Kontexte für katholische Kindertageseinrichtungen, besonders im Bistum Trier angebrochen sei.
Die katholischen Kindertageseinrichtungen seien besondere Orte der Kirche. In den neu entstehenden pastoralen Räumen der "Pfarreien der Zukunft" stellen die Kindertagesstätten unverzichtbare Knotenpunkte in den entstehenden Netzwerken und Kooperationen dar.
Sie benötigen dazu weiterhin die kontinuierliche fachliche Begleitung und Unterstützung durch die großen Trägerstrukturen der drei katholischen Kita gGmbHs Trier, Koblenz und Saarland, durch die Fachberatung des Diözesan Caritasverbandes und vor allem auch durch die ihnen schon zur Seite gestellten pastoralen Begleiter.
Hierin waren sich alle Beteiligten des Fachtages, zu dem Vertreter der drei großen Trägergesellschaften des Bistums Trier, der Fachberatung des Diözesan Caritasverbandes und der pastoralen Begleiter erstmals in dieser Konstellation geladen waren, einig.

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