Gemeinde kauft Pfarrhaus nicht

Gemeinde kauft Pfarrhaus nicht

Die Gemeinde Langsur verzichtet auf den Ankauf des Pfarrhauses im Ortsteil Mesenich. Das Vorhaben, dort einen größeren Gemeindesaal einzurichten, hat sich zerschlagen, weil das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 18. Jahrhundert nicht verändert werden darf.

Langsur-Mesenich. Für Versammlungen und Festivitäten wird im Ortsteil Mesenich die alte Schule genutzt. In den meisten Fällen reicht das auch für die 370-Einwohner-Gemeinde aus, doch einen größeren Saal könnte man hin und wieder schon gut brauchen.
Deshalb meldete die Gemeinde fristgerecht ihr Vorkaufsrecht an, als die Kirchengemeinde ankündigte, das aus dem Jahr 1745 stammende Pfarrhaus in der Ortsmitte für rund 250 000 Euro verkaufen zu wollen. Interessenten konnten sich bis zum 31. März melden.
Die Gemeinde startete eine Fragebogenaktion, um sich den geplanten Ankauf von den Bürgern absegnen zu lassen. "Schließlich ist es eine weitreichende Entscheidung", sagt Ortsvorsteherin Rita Heib.
Die Lage in der Ortsmitte gleich neben dem Wassertretbecken und gegenüber dem Bolzplatz sei ideal für gemeindliche und touristische Zwecke.
Eingesammelt worden sei dann aber nur ein kleiner Teil der Bögen. Der Grund: Nach einem Ortstermin mit dem Brandschutzbeauftragten der Kreisverwaltung und einer Stellungnahme der Denkmalpflege hatte sich die Fragestellung erledigt. Das Haus darf nicht so umgenutzt werden, wie es sich die Gemeinde vorgestellt hat.
Laut Rita Heib untersagt die Denkmalpflege jegliche Veränderung - innen und außen. Damit seien auch die Vorgaben des Brandschutzes wie eine nach draußen führende Nottreppe oder eine Verkleidung der Holzdecken nicht zu realisieren.
Gleichwohl sei das Pfarrhaus mit seinem ummauerten Innenhof gut als Wohnhaus zu nutzen. Seit Jahren ist die erste Etage vermietet, die Wirtschaftsräume im Untergeschoss werden unter anderem von der Katholischen Frauengemeinschaft genutzt. Jetzt hofft die Gemeinde, dass auch der künftige Besitzer dies erlaubt. alf

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