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Gemeinden im Osten Luxemburgs planen Naturpark und wollen mehr als nur Natur erhalten

Gemeinden im Osten Luxemburgs planen Naturpark und wollen mehr als nur Natur erhalten

Der Naturpark Südeifel auf deutscher Seite bekommt wohl einen Partner auf der anderen Sauerseite. Mehrere Gemeinden im Osten Luxemburgs wollen sich zum Naturpark Mëllerdall zusammenschließen.

Befort/Ralingen. Der vierte Naturpark in der Sauerregion geht an den Start. Neben dem deutsch-luxemburgischen Naturpark, dem Naturpark Südeifel auf deutscher, dem Naturpark Oberauser auf luxemburgischer Seite wird es bald wohl auch einen Naturpark Mëllerdall (Müllerthal) geben.
13 Gemeinden im Osten Luxemburgs wollen sich zum dritten Naturpark im Großherzogtum zusammenschließen (siehe Extra). Projektmanager Claude Petit sagt: "Wir wollen hier kein Landschaftsmuseum haben." Es gehe vielmehr um eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinden und der Region Müllerthal, die auch als kleine luxemburgische Schweiz bekannt ist. Die Entwicklung umfasst natürlich auch den touristischen Sektor. Dort sind die Gemeinden zwischen Mompach und Larochette schon heute mit dem Wanderweg Müllerthal-Trail am Start. Doch auch Mobilität oder die wirtschaftliche Entwicklung seien Themen. Petit: "Das alles soll dazu dienen, die Region für die Zukunft fit zu machen."Es gibt bereits Initiativen



Seit mehreren Jahren schon wird an der Gründung des Parks gearbeitet. Und so sind schon heute bereits einzelne Initiativen entstanden, die später unter dem Dach des neuen Naturparks Mëllerdall eine Heimat finden sollen. So haben sich beispielsweise Nahrungsmittel-Produzenten aus der Region zusammengeschlossen. Das Angebot reicht vom Apfelsaft über Fleisch, Käse und Honig bis hin zu Mehl und Kaffee. Anders als bei Produkten der Dachmarke Eifel mit dem Eifel-"e" aus der Region östlich der Sauer gibt es westlich des Flusses jedoch keine gemeinsame Markenphilosophie bezüglich Herstellung, Nachhaltigkeit und Vertrieb.
Anfang Oktober hat der Ministerrat im Großherzogtum den Startschuss für den nun anstehenden Abstimmungsmarathon gegeben. In diesen Tagen haben zudem Informationsveranstaltungen für die Bürger stattgefunden. Anders als beispielsweise beim Naturpark Südeifel müssen die Räte der 13 Gemeinden dem Beitritt zum Naturpark zustimmen.
Als das deutsche Pendant 1958 gegründet wurde, wurden die Grenzen wohl eher mit dem Finger auf der Landkarte gezogen und der Park verordnet. Er umfasst noch nicht einmal die komplette deutsch-luxemburgische Grenzregion in der Eifel. Im Norden fehlt die Region um Lützkampen, im Süden das Langsurer Gemeindegebiet. Zudem reicht der Park an einer Stelle weit bis nach Osten (Waxweiler und Biersdorf).
Nach Auskunft von Projektmanager Claude Petit soll der Park in erster Linie nach innen wirken. Gleichwohl wird die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg vor allem im touristischen Bereich eine wichtige Rolle spielen. Bereits seit einiger Zeit gibt es deutsch-luxemburgische Wanderrouten, die unter dem Namen Naturwanderpark delux vermarktet werden. Geht es nach dem Willen der Ralinger (Naturpark Südeifel) und Rosporter (künftig Naturpark Mëllerdall) wird eine Wanderbrücke Ralingen-Wintersdorf und Rosport-Hinkel verbinden (der TV berichtete). Die soll nicht nur den Tourismus fördern. Auch soll so für die vom Öffentlichen Personennahverkehr wahrlich nicht gesegneten deutschen Sauertalbewohner die Möglichkeit geschaffen werden, die durch die Region Müllerthal führenden Buslinien zu erreichen.
Infos im Internet unter der Adresse www.naturpark-mellerdall.luExtra

Der geplante Naturpark Mëller dall (Müllerthal) umfasst neben den Grenzgemeinden Mompach, Rosport, Echternach, Berdorf und Befort noch Nommern, die Ernztalgemeinde (bestehend aus Medernach und Ermsdorf), Larochette (Fels), Fischbach, Waldbillig, Heffingen, Consdorf und Bech. In den Gemeinden leben auf einer Fläche von rund 296 Quadratkilometern rund 23 600 Einwohner. Der neue Naturpark wäre der dritte in Luxemburg. Er entspricht gemeinsam mit dem bereits bestehenden Naturpark Our dem luxemburgischen Anteil am deutsch-luxemburgischen Naturpark. Das deutsche Pendant ist der Naturpark Südeifel. har