Gemeinderat Fell Besucherbergwerk Rallye Deutschland

Kommunalpolitik : Fußball-WM trübt Bilanz des Besucherbergwerks

2018 sind die Gästezahlen zurückgegangen, dennoch kamen fast 12 000 Besucher ins Nosserntal bei Fell. Jetzt herrscht Vorfreude auf die Deutschland-Rallye.

Zwei „Aushängeschilder” von Fell beschäftigten am Donnerstagabend den Gemeinderat: das Besucherbergwerk und die ADAC Rallye Deutschland.

Die Rallye, nach Aussage von Ortsbürgermeister Alfons Rodens immer sehr willkommen im Ort, soll auch in diesem Jahr mit der Wertungsprüfung „Stein & Wein” vertreten sein. Die beiden Läufe finden am Freitag, 23. August, statt.

Nach Aussage von Helmut Weyer vom Orga-Team ist die Streckenführung mit der vom vergangenen Jahr identisch: Start in der Maximinstraße, dann Richtung Fellerhof und weiter an Thomm vorbei in Richtung Waldrach und Riveris mit Ziel kurz vor Osburg. Die Feuerwehr von Fell werde wieder die Zuschauerlenkung unterstützen.

Die einzige Änderung gegenüber 2018 sei die Sperrung der L 150 ab Autobahn in Richtung Fell. Das Besucherbergwerk ist nur am Renntag geschlossen. Darauf soll auf Wunsch des Fördervereins explizit hingewiesen werden, da die Sperrschilder schon einige Tage vor dem Rennen aufgestellt werden und in der Vergangenheit dadurch potenzielle Besucher von der Durchfahrt zum Bergwerk abgehalten worden sind.

Robert Hoffmann, Betriebsleiter des Besucherbergwerks, und seine Stellvertreterin Tanja Jägen informierten den Rat über die Saison 2018 und gaben einen Ausblick auf die Saison 2019, die vom 2. April bis zum 4. November geht. Laut Hoffmann gab es 2018 bei Ausgaben von 88 000 und Einnahmen von 76 000 Euro ein Minus von 12 000 Euro; 2017 hatte das Minus 3000 Euro betragen. Die letztjährigen hohen Verluste seien hauptsächlich auf Besucherrückgänge und damit Eintrittseinbußen durch die Fußball-Weltmeisterschaft und den heißen Sommer zurückzuführen. 2018 kamen 11 605 Menschen ins Nosserntal zwischen Fell und Thomm, es gab 1164 Führungen und 25 Sonderveranstaltungen wie Geo-Caching und den Fledermaustag. Hunderte von Schieferherzen wurden bei verschiedenen Anlässen als Souvenir gefertigt.

Für 2019 stehen laut Hoffmann bereits 23 Veranstaltungen im Kalender, weitere kämen hinzu. Mittel für die Instandsetzung des Bergwerks sind demnächst voraussichtlich nicht erforderlich. Wie der Betriebsleiter mitteilte, ist das Bergwerk „stabil”. Das habe kürzlich eine Begehung mit einem Sicherheitsingenieur ergeben.

Vorbehalte hat der Gemeinderat wegen einem auf der Mehringer Höhe geplanten großen Gewerbepark. Wie berichtet, hat ein Planungsbüro rund 110 Hektar auf die Eignung als Gewerbefläche untersucht. Einige Gutachten zum Umwelt- und Artenschutz stehen allerdings noch aus. Diese möchte der Rat abwarten, bevor er einer Änderung des Flächennutzungsplans der Verbandsgemeinde Schweich zustimmt. Unter anderem erhoffen sich die Ratsmitglieder nähere Aufschlüsse über mögliche Auswirkungen auf das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Fellerbachtal und auf Veränderungen des Kleinklimas durch Eingriffe wie die Rodung von Wald.

Hoffnung können sich die Bewohner Fells in Punkto schnellem Internet machen. Wie Ortsbürgermeister Rodens mitteilte, möchte der Tüv durch Messungen prüfen, inwiefern die Glasfaserversorgung im Ort sichergestellt werden kann.

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