Gemeinsam die Welt retten

Welschbillig/Hofweiler. (red) Schnell, effizient und fachkundig zeigten sich die Feuerwehren der Großgemeinde Welschbillig bei ihrer Jahresabschlussübung im Ortsteil Hofweiler. Wehrleute aus Hofweiler, Ittel, Möhn und Welschbillig zeigten gemeinsam mit dem Malteser-Hilfsdienst, dass sie ihr Handwerk verstehen.

"Eine Fettexplosion hat ein Feuer in der Küche des Gemeindehauses verursacht - das Feuer breitet sich über den Versammlungsraum rasant aus." erklärt Frank Baustert, stellvertretender Wehrführer der FF Welschbillig, über Lautsprecher die Ausgangslage der Übung. Zahlreiche Bürger hatten sich versammelt, um der Übung zuzusehen. Nachdem im Ort Sirenenalarm ausgelöst wurde, eilten Feuerwehrleute aus Hofweiler zu ihrem Gerätehaus, um sich auszurüsten. Schnell stand fest, dass noch vier Personen in der Küche und acht weitere Menschen im Versammlungssaal im Obergeschoss sein müssen. Eingeschlossen von Feuer und Rauch riefen einige um Hilfe. Nachdem Hofweilers Wehrführer Werner Seiwert Verstärkung angefordert hatte, begann seine Wehr damit, ausgerüstet mit Atemschutzmasken und Filtern - die Menschen zu retten. Über eine Steckleiter befreiten sie die Leute aus den Fenstern des ersten Stockwerks. Doch die angeforderte Verstärkung ließ nicht lange auf sich warten. Die Wehren aus Ittel, Welschbillig und Möhn trafen nacheinander am Einsatzort ein.Sechs Personen nicht mehr "gehfähig"

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Welschbillig betraten das Gebäude mit schwerem Atemschutzgerät. Unterdessen unternahmen die Wehren aus Ittel und Möhn einen massiven Außenangriff mit mehreren Strahlrohren. Die "verletzten Personen" - darunter sechs, die nicht mehr "gehfähig" waren - wurden von der Feuerwehr gerettet. Der Malteser Hilfsdienst kümmerte sich um sie. Eine Person musste mit dem Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung liegend aus dem Haus gebracht werden. Dabei seilte man sie, auf einer Schleifkorbtrage festgeschnallt, mit einer Leiter und mehreren Feuerwehrleinen aus dem Fenster des Obergeschosses ab. Nachdem das Gebäude mit einem Übedruckbelüfter rauchfrei gemacht war, hieß es zunächst "Feuer aus!" und man ging zu einem zweiten Teil der Übung über. Im Anschluss an den Brandeinsatz war ein Verkehrsunfall Ecke Waldstraße/Markusstraße zwischen einem Traktor und einem PKW nachgestellt. Im Wagen waren zwei Personen eingeklemmt, wobei eine Person unter dem Auto lag. Die Feuerwehr Welschbillig demonstrierte in einer rund 45minütigen Vorführung gemeinsam mit dem Malteser-Hilfsdienst die "patientengerechte Rettung". In der abschließenden Übungskritik im Gemeindehaus Hofweiler lobten Bürgermeister Wolfgang Reiland, Ortsbürgermeister Helmut Becker, die Ortsvorsteher der Ortsteile und der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Peter Heinz die Wehren. Bürgermeister Wolfgang Reiland nutzte die Gelegenheit, um Stellung zu beziehen. "Die Feuerwehr muss im Dorf bleiben! Wir brauchen unsere Feuerwehren. Einsätze wie ein Großbrand auf der Hohensonne im Juni oder die Unwetter im Juli dieses Jahres haben gezeigt, dass wir die Zusammenarbeit der Wehren noch weiter intensivieren müssen. Gemeinsame Übungen sind wichtig! Man kann nicht alleine die ganze Welt retten !"