Gemeinsam gegen Gewalt
Einen Aktionstag gegen Gewalt haben der Fußball- und Sportverein (FSV) Tarforst, der Verein "mut's e.V." und das Wing Tsun Zentrum Trier veranstaltet. Der Reinerlös ist für die Projektarbeit mit Jugendlichen gedacht.
Trier-Tarforst. (daj) "Gewalt ist alles, was ich nicht will, aber trotzdem jemand mit mir tut", sagt Constantin Mock. Seine Definition ist einfach gehalten, damit auch Kinder sie verstehen. Außerdem wird so nicht nur körperliche Gewalt beschrieben, sondern auch seelische oder verbale. Aus dem "Wing Tsun Zentrum Trier" heraus hat der Rechtsanwalt ein "Bündnis gegen Gewalt" gegründet, mit dem Ziel, ein Netzwerk aufzubauen, an dem sich auch andere Organisationen beteiligen können. Den eigenen Charakter schulen
Wing Tsun, das ist eine Variante chinesischer Kampfkunst - "kein Kampfsport", wie Mock betont. Beim Wing Tsun gehe es vor allem darum, den eigenen Charakter zu schulen. Mit Angeboten, die auf Jugendliche und Kinder zugeschnitten sind, soll spielerisch der Umgang mit Gewalt und die Vermeidung oder Bewältigung von Konflikten geübt werden.Die Kinder, die zum FSV Tarforst gekommen sind, haben die Gelegenheit, in die Workshops hineinzuschnuppern. In Bewegungsspielen lernen sie dabei vor allem ihren Körper zu erfahren. Dabei dürfen sie auch schlagen oder treten, doch das Ziel lautet Selbstverteidigung.Der neunjährigen Hannah aus Igel hat es gefallen: "Mir hat es Spaß gemacht, weil wir viel gelaufen sind." Auch Leonard ist zufrieden. Mit seinen gerade erst sieben Jahren ist er schon fast ein alter Hase, ist zum zweiten Mal dabei. "Aber ich mache schon länger Selbstverteidigung", erzählt er stolz, bevor er wieder auf die Hüpfburg klettert.Zum Rahmenprogramm gehört auch eine Tombola. Deren Erlös ist für die Jugendprojekte des Vereins "mut's e.V." bestimmt. "Wir bieten Workshops in Schulen an, darunter ein Musical", erläutert Beatrice Bergér, die selbst ausgebildete Sängerin ist. In dem Stück "Kaktus kommt in die Klasse" geht es um den stacheligen Außenseiter "Spiky", der lernen muss, sich in eine Gruppe zu integrieren und Freunde zu finden. Bergérs Ansatz geht dabei über die Ausführung einmaliger Projekte hinaus: "Wichtig ist eine gezielte längerfristige Übung." Für den FSV Tarforst, der für den Aktionstag seine Räume zur Verfügung gestellt hat, erklärt Organisationsleiter Fred Meinelt: "Auch wir wollen etwas gegen Gewalt tun, da war es klar, dass wir das unterstützen." Die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen könne eine Fortsetzung finden: "Wir haben das zum ersten Mal gemacht, hoffentlich nicht zum letzten Mal."