Gemeinsam gegen Schlaganfall

Das Wichtigste sind die Patienten. Um diese besser über Schlaganfall aufzuklären und zu versorgen, haben bestehende Institutionen, Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte den Schlaganfallverbund Trier-Saarburg gegründet. In einer Patientenveranstaltung in der Bezirksärztekammer Trier informierten sie über Symptome, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten.

Trier. (mehi) Jede Minute zählt. Denn je früher ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer die Heilungschancen. "Die ersten 90 Minuten sind die wichtigsten, dann kann ich einen von vier Patienten heilen", erklärt Dr. Matthias Maschke, Chefarzt der Neurologie und Neuropsychologie im Brüderkrankenhaus. In der Region Trier würden jedoch nur 30 Prozent der Patienten im kritischen Zeitfenster von drei Stunden versorgt. "Da müssen wir noch mehr tun."Der erste Schritt für eine bessere Versorgung der jährlich rund 1200 Schlaganfallpatienten in Stadt und Landkreis Trier-Saarburg ist geschafft: Brüder-, Elisabeth-, Marienkrankenhaus und Mutterhaus in Trier, das Kreiskrankenhaus in Saarburg, niedergelassene Ärzte, Gesundheitsamt, Haus der Gesundheit, Berufsfeuerwehr Trier sowie die Krankenkassen AOK und Barmer haben gemeinsam den Schlaganfallverbund Trier-Saarburg ins Leben gerufen. "Wir wollen die Patienten besser über Symptome und das schnelle und richtige Handeln bei deren Auftreten aufklären", berichtet Verbundsprecher Matthias Maschke. "Beim ersten Verdacht sofort den Krankenwagen unter der Nummer 112 rufen", empfiehlt er während der Patientenveranstaltung "Schlaganfall - was nun?" in der Bezirksärztekammer Trier. Erste Anzeichen eines Schlaganfalls seien plötzlich auftretende Halbseitenlähmung, Sprachstörung, Doppelbilder und heftige Kopfschmerzen "wie noch nie", fasst Maschke zusammen. Damit es nicht dazu kommt, informiert Prof. Dr. Bernd Krönig vom Haus der Gesundheit über Präventivmaßnahmen wie gesunde Ernähung, Bewegung und Vorsorgeuntersuchungen. In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von TV-Redakteur Dieter Lintz, beantwortet er mit seinen Kollegen Fragen von mehr als 150 Patienten und Angehörigen. Das rege Interesse an der Diskussion zeigt den großen Gesprächsbedarf zum Thema Schlaganfall in der Region.Betroffene können ihre Erfahrungen in der neu gegründeten Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Trier (SSG) austauschen. Die Gruppe trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat im Brüderkrankenhaus. Infos bei Alwine Molitor unter 0651/61426.