"Gemeinsam ist besser als einsam"

1450 Brötchen, 26 Kilogramm Wurst und 580 Eier. Seit November 2008 treffen sich in Gusterath alle 14 Tage die Senioren, um zusammen im evangelischen Gemeindehaus zu frühstücken. Nach einem Jahr "Gemeinsam ist besser als einsam" ziehen Verantwortliche wie Beteiligte positive Bilanz.

 In Gusterath braucht niemand alleine zu frühstücken: Seit einem Jahr heißt es hier „Gemeinsam ist besser als einsam“. Auch Ideengeber Karl-Heinz Becker (Mitte) frühstückt mit. TV-Foto: Anja Fait

In Gusterath braucht niemand alleine zu frühstücken: Seit einem Jahr heißt es hier „Gemeinsam ist besser als einsam“. Auch Ideengeber Karl-Heinz Becker (Mitte) frühstückt mit. TV-Foto: Anja Fait

Gusterath. (anf) Ende 2008 setzte der Gusterather Karl-Heinz Becker einen lang gehegten Wunsch in die Tat um. Unter dem Motto "Gemeinsam ist besser als einsam" fand im November vergangenen Jahres das erste Frühstückstreffen für Senioren in der Gemeinde statt. Aus anfänglich 16 sind mittlerweile durchschnittlich 25 Teilnehmer geworden. Insgesamt 29 Mal haben sich die Senioren seither im evangelischen Gemeindehaus getroffen. Gedächtnistrainer, Seniorenbeauftragte und weitere für die Generation interessante Menschen wohnten den Treffen schon mit wichtigen Informationen bei.

Für Juli dieses Jahres organisierte Becker eine Tagesfahrt, die allen noch in guter Erinnerung ist. "Der Ausflug war richtig toll", schwärmt Adelheid Grzenia. "Mit einer Bootsfahrt von Mettlach nach Saarburg - einfach wunderbar. Wir kommen hierhin, solange es geht", hat sie beschlossen.

Geselligkeit, Unterhaltung und Gespräche



Obwohl es den meisten Senioren bei den Treffen in erster Linie um angeregte Unterhaltung geht, kann man bei genauem Hinsehen auch bei denjenigen, die sich aufgrund ihrer Hörprobleme eher zurückhalten, ein Lächeln auf den Lippen erkennen. Sie scheinen sich heimisch zu fühlen im evangelischen Gemeindehaus.

Die Geselligkeit um sie herum lässt sie trotz gesundheitlicher Einschränkungen regelmäßig an den Treffen teilnehmen. Reihum bedienen sich die Senioren am reichhaltigen Frühstücksbüffet, zum dem heute eigens wegen der "Geburtstagsfeierlichkeiten" ein Gläschen Sekt gereicht wird. "Warum ich hier dabei bin?", fragt Alfred Bug. "Weil meine Nachbarin geklingelt und mich zum Mitgehen aufgefordert hat", lacht er. Von dem verhältnismäßig geringen Männeranteil lässt Bug sich nicht abschrecken. Er ist von Beginn an mit von der Partie und lässt kein Frühstück ausfallen. Für den reibungslosen Ablauf der 14-tägigen Treffen in Gusterath zeichnen neben Karl-Heinz Becker etliche weitere Personen verantwortlich. Becker erwähnt seine Freunde vom "Männerkochklub", die Gemeindearbeiter, Pfarrer Jens, seine Frau Inge, Helga Schüttö und eine weitere Bekannte, die ihn stets unterstützen und im Oktober wie selbstverständlich seinen Part übernahmen. Denn da fiel er aufgrund einer Operation komplett aus. Außerdem gilt sein Dank dem ehemaligen wie dem neuen Ortsbürgermeister der Gemeinde und den vielen Spendern, "ohne deren Unterstützung manches nicht möglich gewesen wäre." "Man muss sich um die Älteren genauso kümmern, wie um die Jugend", sagt Ortsbürgermeister Alfred Bläser. Mit einem Gläschen Sekt stößt er auf ein Jahr "Gemeinsam ist besser als einsam" an: "Ich gratuliere herzlich zum ersten Geburtstag. Das Leben fängt erst an", sagt er.