Gemeinsam marschieren

Soldaten bestimmten am Donnerstag das Erscheinungsbild des Domfreihofs. Rund 600 hatten sich anlässlich des Weltfriedenstags zum traditionellen Gottesdienst im Hohen Dom angemeldet, am 1. Mai hatten die Goldhochzeitspaare ihren großen Tag.

 Das Heeresmusikkorps spielte vorm Dom. TV-Foto: Klaus D. Jaspers
Das Heeresmusikkorps spielte vorm Dom. TV-Foto: Klaus D. Jaspers

Trier. (kdj/red) Es mag die Faszination sein, die von der ältesten Stadt Deutschlands mit ihren ungeheuren (Dom-)Schätzen ausgeht, es mag die Verbundenheit mit der katholischen Kirche sein, die 600 junge Menschen aus den Bundeswehrstandorten im Bistum Trier in der alten Domstadt zusammenführt: Die Möglichkeit, eine vom Bischof, diesmal von Weihbischof Jörg Michael Peters und sieben Mit-Zelebranten gefeierte Messe miterleben zu dürfen, ist etwas Besonderes und hochaktuell dazu. Das Motto "Die Armut bekämpfen - den Frieden aufbauen" erinnerte schmerzlich an den Tod eines jungen Soldaten, der in Afghanistan einem Angriff zum Opfer gefallen war. Das Heeresmusikkorps, das den Gottesdienst mit feinfühliger Zurückhaltung begleitet hatte, wollte auf seinen lange erwarteten öffentlichen Auftritt auf dem Domfreihof verzichten. Doch der Befehlshaber im Wehrbereich II (Mainz), Generalmajor Gerhard Stelz, gab mit Rücksicht auf die zahlreichen nichtmilitärischen Gäste die Musik mit gebotener Zurückhaltung frei. Weihbischof Jörg Michael Peters übernahm unter Beifall kurzzeitig das musikalische Kommando über die rund 50 Musiker des Heeresmusikkorps 300 anstelle des etatmäßigen Dirigenten Oberstleutnant Robert Kuckerts. Die militärische Gästeschar setzte sich zusammen aus Abordnungen der Standorte im Bistum Trier, darunter Soldaten der amerikanischen Streitkräfte in Büchel. Vertreten waren Soldaten aus Diez, Büchel, Mayen, Idar-Oberstein, Zweibrücken, Saarbrücken und Mainz.

Wer sich nach dem Gottesdienst über die Militärseelsorge informieren wollte, fand in einem Infozelt auf dem Domfreihof Auskünfte aller Art.

Gefallen fand die Veranstaltung allemal. Das drückte sich in der oft gestellten Frage aus: "Ihr kommt doch wieder?"

Einen weiteren besonderen Tag gab es am Freitag: Es war der Tag der Goldhochzeitspaare. Der Heilige Rock habe für sie eine ganz besondere Bedeutung: "Als wir zur Wallfahrt 1959 gepilgert sind, waren wir gerade ein paar Monate verheiratet, und da hat ein Pater den Heiligen Rock mit unseren Eheringen berührt", erzählen Rita und Paul Schreiber aus Trier. Sie gehören zu den über 250 Ehepaaren, die am 1. Mai aus dem ganzen Bistum und aus Frankreich und Belgien nach Trier zum "Tag der Goldhochzeitspaare" bei den Heilig-Rock-Tagen gekommen sind.

"Sogar auf der Torte bei der Goldhochzeit war ein Abbild des Rockes", schmunzelt Rita Schreiber. Zwar hatten sie und ihr Mann bereits im vergangenen Dezember das Fest mit einem Gottesdienst in St. Maternus gefeiert, "aber es ist doch so ein seltenes Fest und es ist uns so wichtig", deshalb seien sie auch an diesem 1. Mai mit ihrer Familie in den Dom gekommen, um die Messe mit den vielen anderen Goldhochzeitspaaren und dem Trierer Diözesanadministrator Bischof Robert Brahm zu feiern. Am Ende des Gottesdienstes stellte er die Eheleute unter den Segen Gottes, "dass er sie weiterhin beschütze, begleite und bestärke."