Gemütlich shoppen bis in die Nacht

Gemütlich shoppen bis in die Nacht

Bummeln bis 22 Uhr: Dieses Angebot haben am Samstag vor dem ersten Advent zahlreiche Kunden in der Trierer Innenstadt genutzt. Zwischen Porta Nigra und Kornmarkt war den ganzen Abend über kein Durchkommen. Etwa zwei Drittel der Geschäfte ließen ihre Türen länger auf.

Trier. Zwischen Porta Nigra und Kornmarkt drängen sich die Menschen, viele mit prall gefüllten Taschen. Der lange Einkaufsabend lockt Tausende in die Trie rer Innenstadt. Die Parkhäuser sind voll belegt, die Park&Ride-Busse von Hochschule und Messepark gut besetzt. "Draußen brummt der Bär", sagt Carmen Kirsten aus Fell. "In den Geschäften ist es ruhiger. Die Atmosphäre gefällt mir sehr gut." Sie ist extra wegen der langen Öffnungszeiten bis 22 Uhr nach Trier gefahren. "Ich nutze die Gelegenheit, ohne Mann und Kinder und ohne Hektik und Stress shoppen zu gehen."
Es glänzt und funkelt in der Trier-Galerie: Tannenbäume und -girlanden, über und über mit Lichtern und goldenen Kugeln geschmückt, dazwischen Stände mit Süßigkeiten und Christbaumschmuck. "Ich gehe heute mit meiner Mutter shoppen", sagt Nadine Müller (20). "Der Einkaufsabend ist eine gute Idee." Sie selbst habe ein Weihnachtsgeschenk für ihre Nichte gefunden. Nun werde sie auf den Weihnachtsmarkt gehen. Dorthin zieht es viele Kunden zwischen und nach dem Einkauf; auch auf der Eisbahn auf dem Kornmarkt ist viel los.
Einige kleine Läden in den Seitenstraßen schließen um 18 Uhr. Auch ein paar große wie die Blaue Hand nehmen nicht an der Aktion teil. "Unsere Mitarbeiter sind von 9.30 bis 19 Uhr für Sie da. Wir sind der Meinung, dass dies ausreicht", steht an der Tür. Das sieht Astrid Moser (46) aus Züsch ähnlich: "Ich brauche das nicht, bis 20 Uhr reicht. Ich denke an die Familien der Verkäuferinnen."

Gut, aber nicht spitze


Bis 19 Uhr sei in seiner Buchhandlung in der Fahrstraße Betrieb gewesen, sagt Richard Leuckefeld. "Dann ist es schlagartig abgebrochen." Deshalb werde er gegen 20 Uhr schließen. "Es ist später angezogen als sonst." Dennoch nehme er an der Aktion teil. "Heute war umsatzmäßig ein guter, aber kein Spitzentag." Auch Tante Guerilla in der Fleischstraße ist bis 20 Uhr auf. "Samstag ist generell unser bester Tag", sagt Alexander Thomé. "Heute Abend war es besser als im vergangenen Jahr." Allerdings: "Das Publikum ist rund um den Hauptmarkt, bis zu uns kommen die nicht."
Sehr zufrieden mit dem Tag und dem Abend ist Gerd Guillaume, kommissarischer Vorsitzender der City-Initiative Trier. Die vorweihnachtliche Atmosphäre, das sei nicht nur der Weihnachtsmarkt, "die muss jeder in sein Geschäft hinein transferieren". Das fordere Energie und Aufwand. Doch die Läden müssten sich dem veränderten Kaufverhalten anpassen: "Die Zeiten verschieben sich zum Wochenende hin." Dennoch sei der Einkaufsabend nicht eins zu eins vergleichbar mit einem verkaufsoffenen Sonntag. "Aber es ist ein Ansatz", sagt der 51-Jährige. "Wer dabei ist und die Situation nutzt, den erwartet Erfolg, gute Kundenzufriedenheit und -bindung", sagt Guillaume. "Das brauchen wir nicht nur in den Läden, sondern auch für die Stadt Trier."

Mehr von Volksfreund