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Genoveva oder Irus? Was Ehrang fürs Image tut

Heimat : Genoveva oder Irus? Was Ehrang fürs Image tut

Die neue Homepage und ein historischer Stadtmauerrundgang sind die ersten Projekte einer Bürgerinitiative für den größten Stadtteil Triers.  

War es die unglückliche Grafengemahlin Genoveva, die für die Gründung von Ehrang die Verantwortung trägt? Oder war es ein Keltenführer namens Irus, der das Land an der Kyllmündung wegen der günstigen Lage als Platz für eine Siedlung wählte? Wer die Antwort darauf und mehr interessante Details über Ehrang/Quint erfahren will, kann online (www.ehrang.de) stöbern oder klassisch in der Broschüre blättern, die von der AG Image des größten Stadtteil Triers herausgegeben wurde. „Natürlich bezieht sich das nur auf die Fläche“, sagt Melanie Bergweiler mit einem Lächeln. Bei einer Auflage von 10 000 könnte jeder der 9130 Einwohner von Ehrang/Quint ein Exemplar bekommen. Damit liegt der Ort auf Platz 5 im Bevölkerungsranking der 19 Stadtteile Triers.

„Wir wollen zeigen, wie schön und vielfältig unser Stadtteil ist“, versichert die  46-jährige Pädagogin, die sich seit 2016 um den sozialen Zusammenhalt im Ort kümmert. Sie ist Quartiersmanagerin, Gesundheitsmanagerin, Yoga-Lehrerin, Ernährungsberaterin und Tanzlehrerin. Sie ist auch eine reibende Kraft im Team der AG Image, das sich vor zwei Jahren gefunden hat. Regelmäßige Mitstreiter sind unter anderem die Journalistin Gabi Böhm, Gertrud Casel und Helmut Steinmetz, der sich nach dem Ende des dreijährigen Integrationsprojekts „Menschen verbinden durch Kunst“, das er im Stadtteil für den Verein Palais geleitet hat, nun ehrenamtlich weiter für das Gemeinwesen einbringt.

  Quartiersmanagerin Melanie Bergweiler zeigt eine Orientierungstafel, die für den historischen Stadtmauerrundgang in Ehrang installiert werden soll.
Quartiersmanagerin Melanie Bergweiler zeigt eine Orientierungstafel, die für den historischen Stadtmauerrundgang in Ehrang installiert werden soll. Foto: Rainer Neubert

Mehr als 30 engagierte Vereine, vier Kitas, Jugendzentrum, Schulen, eine Klinik, Ärzte und Apotheke: „Dem Ort merkt man die Eigenständigkeit von einst noch an“, sagt Melanie Bergweiler. Tatsächlich war Ehrang schon 1346 von Kaiser Karl IV. Stadtrecht verliehen worden. Auch lange nach dem Zusammenschluss mit Quint 1968 – dessen Name stammt sogar aus der Römerzeit – und der unvermeidlichen Eingemeindung nach Trier ein Jahr später, sind die Menschen in Ehrang auf ihre Geschichte stolz. In den drei im Rahmen eines Bürgerworkshops erarbeiteten Schwerpunkten Gesundheit, Erholung und Daheim geht es der AG Image nun darum, Projekte zu erarbeiten und Initiativen zu starten, um noch mehr des Bewusstsein für den Ort zu stärken.

Die Voraussetzung für ein noch besseres Image sind nach einhelliger Meinung aller Beteiligten in der AG bestens: Der Meulenwald mit Wanderwegen, Wildtieren und gesunder Luft liegt nebenan, die Flusslandschaften von Mosel und Kyll bieten Erholung, Radwege und natürlich auch Weingenuss. Gesundheit, Erholung und Daheim – diese Themen finden sich auch in dem Projekt Stadtmauerrundgang, für das im Frühjahr die Wegetafeln und Bodenmarkierungen angebracht werden sollen.

Im Mittelpunkt des 800 Meter langen Rundgangs steht die historische Stadtmauer. Die wurde nach der Aufwertung Ehrangs zur Stadt gebaut und um 1560 erweitert. Reste davon sind erhalten. Und auch die gleichnamige Straße erinnert daran. „Wir können die Kosten dafür über die Städtebauförderung und das Programm soziale Stadt abrechnen“, macht Quartiersmanagerin Bergweiler klar, dass ehrenamtliches Engagement, Gemeinwesenarbeit und Quartiersförderung eng miteinander verknüpft sind.

So werde im Altort, ganz in der Nähe des Bürgerhauses, im Frühjahr eine Bücher-Telefonzelle zum kostenfreien Tausch und Abgreifen von Lesestoff aufgestellt. Geplant sei im kommenden Jahr auch „etwas mit Bewegung für die Gesundheit“, blickt die sportbegeisterte Kümmerin voraus. „Wir wollen zudem die Schaufenster von leer stehenden Geschäften nutzen, damit sich dort Vereine und Initiativen präsentieren können.“ Dazu zählt sie ausdrücklich auch Aktivitäten von Jugendlichen.

„Mir liegen die Menschen am Herzen“, versichert die 47-Jährige glaubhaft. „Ehrang hat so viel Potenzial, deshalb sind die professionelle Stadtteilarbeit und ehrenamtliche Initiativen so wichtig.“ Spiegeln soll sich die neue Dynamik auch auf der Internetseite ehrang.de Diese wurde Ende September neu aufgelegt und hat nun auch für mobile Geräte eine Anpassung bekommen.

Einen zusätzlichen Bereich Wirtschaft und Gewerbe gibt es online auch. Und mit einigen Clicks auch die Auflösung zur wahren Gründungsgeschichte von Ehrang.