Genuss im Ruwertal

KASEL. (dis) Das war schon nicht einfach für die rund 300 Besucher des Ruwer-Riesling-Weinmarktes: Über 100 ausgesuchte und unter strengsten Kriterien vorgeprüfte Spitzen-Riesling-Weine galt es zu probieren und zu genießen.

"Wo soll man denn da nur anfangen?", fragten sich Yu Takahashi und seine Ehefrau Chicka aus Japan. Von einem japanischen Weinjournalisten, der an der Universität in Trier doziert, hatten sie die Empfehlung zum Weinmarkt in Kasel erhalten. Zunächst schritten sie, die leeren Gläser in der Hand, fast andächtig an den mit Kerzen und Herbstlaub dekorierten Tischen der 15 mitwirkenden Weinbaubetriebe vorbei. Ein Blick auf das Etikett, der nächste in den Weinführer und weiter geht es zum nächsten Tisch. "Die Lust auf Ruwerwein haben wir schon mehrfach an Ständen bei Veranstaltungen in Trier erlebt", sagt Yu Takahashi. Am Tisch der Winzergenossenschaft lassen sich die beiden Gäste aus Fernost einen 2004er Kaseler Nies'chen, Riesling Kabinett trocken, einschenken. Die Japaner genießen ein vornehm zurückhaltendes Bukett mit Eleganz und Rasse. Der Wein überzeugt nicht nur durch Rassig- und Spritzigkeit, sondern offenbart die ganze Ruwerlandschaft in seinen Aromen. Die Begrüßungsworte von Ruwerweinkönigin Isabell I. werden bestätigt: "Wir können stolz auf unsere Weine sein, denn der Riesling entwickelt sich in dieser Qualität nur unter besonderen Bedingungen wie erstklassiger Lagen, gekonntem Ausbau und leidenschaftlichen Winzern." In Japan nur für reiche Leute

Im Weinführer überwiegen die trockenen und feinherben Weine aus 2005. Es gilt eine breite Palette Ruwerweine, vom QbA bis zur Beerenauslese und zum Eiswein, zu probieren und zu vergleichen. Der Vorsitzende des ausrichtenden Ruwer-Riesling e.V., Bernward Keiper, hatte zuvor die vielen Gäste im Bürgerhaus begrüßt. Unter ihnen auch Bürgermeister Bernhard Busch, die Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Ewald (Kasel), Heinfried Carduck (Waldrach) und Günter Jakobs (Gutweiler). Keiper ist stolz auf seinen 1989 gegründeten Verein, der es auf beachtliche 400 Mitglieder gebracht hat und diesen Weinmarkt in ununterbrochener Reihenfolge zum 18. Mal ausrichtet. "Freuen Sie sich auf die Jungweinprobe am 11. Mai im Gemeindehaus in Mertesdorf. Dort werden Sie vom Jahrgang 2006 großartige, elegante und blumige Weine erleben können", prognostiziert der Vorsitzende. Er spricht von einem "großartigen Jahrgang", der schnell aus den Kellern verkauft sein wird. Wie Yu und Chicka Takahashi überzeugt sich eine große Genießerschar von den hervorragenden Produkten der Ruwerwinzer. "In Japan gibt es ähnliche Weinproben - aber nur für reiche Leute", sagt Takahashi. In Kasel hat er für sich und seine Frau nur 20 Euro Eintritt bezahlt - ein rustikaler Imbiss inklusive. woc/kah